Ja, so langsam aber sicher ging dem Mattel-Besteller Masters of the Universe mit Beginn der Neunziger die Luft aus. Die ehemals treue Fanbase entwuchs dem Alter der Actionfigurkäufer unaufhaltsam und die nachrückenden Kids wollten und wollten den muskelbepackten Achtzigerjahre-Recken partout nichts abgewinnen. Da perlte wohl folgerichtig die ein oder andere Schweißperle im Führungsstab des Spielzeugherstellers und man sann auf etwas Neues, um auch die nächste Generation der Kiddies um's rare Taschengeld und Eltern um das letzte bißchen Geduld ("Mamiii, ich will den neuen Battle-Armor He-Maaaan!") zu bringen. - Allzugut war es dabei allerdings nicht bestellt um Mattels Einfallsreichtum, und so kleidete man die alte Storyline einfach flugs in ein neues und vermeintlich zeitgemäßeres Gewand und warf es so aufgepeppt wieder auf den Markt. The new adventures of He-Man war geboren.
Und, wie erwähnt, viel geändert hatte sich wahrlich nicht. Um noch irgendwie den Bogen zur alten Reihe zu schlagen und so villeicht auch noch den einen oder anderen doch noch verbliebenen Urfan bei der Stange zu halten, lutschte man sich eine denkbar hahnebüchene Brücken-Story aus den Fingern, mittels der man die beiden Hauptcharaktere von einem Moment zum nächsten in die ferne Zukunft Eternias katapultierte. So finden sich Held He-Man und sein bitterbösiglicher Konterpart Skeletor urplötzlich in einem gänzlich fremden Szenario wieder. All ihre Verbündeten und Freunde liegen lang schon sechs Fuß unter den Radieschen und Castle Grayskull und Snake Mountain sind mutmaßlich schon Jahrhunderte zuvor der Erosion zum Opfer gefallen. Doch was jeden Anderen potentiell in handfeste Depressionen stürtzen würde: Unsere beiden Kampfhähne ficht es nur wenig an. Schließlich "haben sie ja noch einander" sowie ihren nie enden wollenden, fanatischen Zwist. Und da sich passgenau ohnehin auch in der Zukunft bereits wieder zwei verfeindete Lager um Eternia zanken, kämpft man achselzuckend im alten Stiefel und der Einfachheit halber eben nahtlos weiter, wo man vor etlichen Lenzen aufgehört hat. So schwingt sich ol' Skeli schnell zum Leader einer Horde böswilliger Mutanten auf, die es nach der Herrschaft über den schmucken Planeten gelüstet und gibt im Folgeschluß mit seinen Überfällen widerrum He-Man Gelegenheit, sich vor der friedliebenden Bevölkerung des Weltenrunds als Held zu etablieren. - Gong! Nächste Runde! Der Sach konnte weitergehen...
Eiderdaus! Was Dümmeres fiel Mattel seinerzeit wohl wirklich nicht ein. Wann schon hätte man es erlebt, dass zwei aufeinanderfolgende Generationen von Kids sich für die gleichen Actionfiguren-/Zeichentrickreihen begeistert hätten? Ich will es Euch sagen: Nie! Mattel aber mußte diese Lektion wohl erst noch lernen. Und dabei hätten sie es doch längst besser wissen müssen. Hatten sie doch schon mit der She Ra-Serie erfahren müssen, dass sich ein Konzept nicht allgemeingängig und fast unverändert von einer Zielgruppe auf die nächste übertragen läßt. - Auf jeden Fall steckte man hier einen sichtlich abgemagerten He-Man (Tja, Zeitreisen gehen eben an die Substanz...) in blaue Leggins und hetzte ihn auf einen nicht minder schmächtigen Skeletor, der sich nun "modisch" in einer clownsartigen Aufmachung mit Blitzhelm (Designstudie eines explodierten Mülleimers) und rosa Cape lächerlich machte. Zudem hatte man dem "Herren des Bösen", wohl in einem Anfall von Boshaftigkeit, auch noch Pupillen in seinen blanken Totenschädel gesetzt, was ihn hier optisch nur noch mehr zur kompletten Witzfigur verkommen läßt. Und damit die Beiden nicht so ganz alleine vor sich hinkämpfen mußten, stellte man ihnen einen jeweils völlig neudesignten Kader von Waffengefährten zur Seite. ...und versagte dabei ebenfalls kläglich. - Die diversen Kämpen beider Seiten präsentieren sich einfallslos und nach drögestem 08/15-Schema. Persönlichkeit, Flair und Einfallsreichtum der alten Riege liessen die Sternenkrieger der neuen Generation jedenfalls samt und sonders missen. Auch ihr Fahr- & Fluggezeug sind eine Ode an die designtechnische Ideenlosigkeit und so konnte auch die neue und verstärkt ausgebaute SciFi-Athmosphäre nichts mehr retten, wo schon von (Neu-)Beginn an alles verloren war. Zumal auch die Plots der "neuen Abenteuer" nur selten über qualitatives Basisniveau hinauszusteigen vermochten. Die Serie verendete somit rasch und zu Recht (genauso wie die Actionfigurenreihe,die sie supporten sollte) als beispielloser Flopp.
F a z i t :
Ein mehr als peinlicher Versuch des Spielzeugherstellers Mattel, ihren damaligen Paradehelden und Zugpferd He-Man per neuem Design über die Jahrzehntengrenze hinwegzuretten. Ein grenzwertig dämlicher Grundplot, lahme Stories und verfehlte Figurenkonzeptionen brandmarken diesen unbeschreiblichen Murks von einer Cartoonreihe (den die Kreativabteilung von Crap 'R Us einst im wirren Fiebertraum erdacht haben muß) für alle Zeit als unbestrittenes "Machwerk of the Universe". - He-Man, Skeletor, Keith Richards. Sie alle hätten besser wissen sollen, wann es Zeit ist den Hut zu nehmen...