Review

Rutger Hauer in einer seiner besten – und letzten großen Kinorollen!

Vietnamveteran Nick Parker (Hauer) ist seit seiner Heimkehr blind. Sein damaliger Freund hatte ihn im Stich gelassen. Jetzt braucht der aber Nicks Hilfe. Frank (Terry O’Quinn) ist Chemiker und soll für einen Drogenbaron synthetischen Stoff herstellen. Damit er pariert, wollen die Gangster Franks kleinen Sohn entführen. Doch Nick steht dem Jungen bei. Denn Nick ist zwar blind, aber auch ein Meister des Schwertkampfes!

Mit seinem Hollywood-Debüt wagte sich der Australier Phillip Noyce an die amerikanische Variante des in Japan populären „Zatoichi – Der blinde Samurai“. Und das mit großartigem Ergebnis!

Die Story hat viel Witz und Herz und nicht nur aufgrund der kurzen, knapp 80-minütigen Laufzeit auch jede Menge Tempo!
Die Action verteilt sich gut über den Film und bietet (neben einer leicht in die Jahre gekommenen Verfolgungsjagd) hauptsächlich perfekt choreografierte Schwertkampfszenen, in denen Rutger Hauer sein Talent mit dieser Waffe unter Beweis stellen kann. Hier erlebt man den heute eher in ruhigen Rollen agierenden Star fit wie einen Turnschuh, der sogar einen Großteil der Stunts selbst absolvierte! Den blinden Einzelkämpfer spielt er absolut überzeugend! Ein Jammer, dass es danach mit ihm erst einmal bergab ging (zumindest was seine Präsenz im Kino anbelangt).

Seine Co-Stars sind allesamt keine Unbekannten. TriStar Pictures hat viele B-Movie-Stars aufgetrieben, die im Rahmen des schmalen Budgets zu haben war. Unter anderem füllen Terry O’Quinn, Meg Foster, Noble Willingham und sogar Sho Kosugi (der sich mit Hauer ein grandioses Schlussduell liefert) ihre Figuren mit Leben.

Wer bei „Blinde Wut“ wegen der vielen Schwertkämpfe mit sprudelnden Blutfontänen wie im asiatischen Kino rechnet, wird enttäuscht sein. Bis auf zwei oder drei kurze Einstellungen hält sich Noyce sehr zurück. Das mindert jedoch nicht die Klasse dieser Actionszenen; im Gegenteil sogar. Die Choreografie hat es nämlich keineswegs nötig, mit übertriebener Härte chargiert zu werden.

Fazit:
Ein spannend inszeniertes, kleines Highlight unter den B-Pictures der späten 80er und ganz bestimmt ein Leckerbissen in Rutger Hauers durchwachsener Filmografie! 9/10 Punkten!

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