Blinde Wut besitzt für mich vor allem eins, einen hohen Wiederanschauungswert und ist einer der Filme, die ich immer wieder so alle paar Monate mal in den DVD Player lege. Kurzweiliger Old School Actioner mit tollen Kampfszenen und einer Brise Humor.
Rutger Hauer spielt Nick Parker, einen ehemaligen Vietnam Veteran, der bei einem Gefecht im Krieg sein Augenlicht verloren hat, einheimische Dorfbewohner hatten ihn jedoch gefunden, ihn gepflegt und ihm die Kunst des Schwertkampfes beigebracht. 20 Jahre nach Kriegsende möchte Nick seinen ehemaligen Kameraden Frank Devereaux (Terry O'Quinn) besuchen und trifft auf die Ex Frau von Frank und seinen kleinen Sohn Billy (Brandon Call). Da Devereaux in illegale Drogengeschäfte mit der Mafia verwickelt ist, wird die Exfrau vor Nicks Augen umgebracht, Nick kann jedoch Billy retten. Gemeinsam mit ihm macht er sich auf den Weg zu Frank, um diesem im Kampf gegen die Mafia zu helfen.
Die Actioneinlagen sind zahlreich und über den ganzen Film verteilt. Nick hat einen Blindenstock mit einer Schwertklinge, mit dem er sich gegen seine Angreifer behaupten kann, diese Schwertkampfszenen wissen sehr zu überzeugen und sind spektakulär dargestellt, dazu gibt's einen passenden musikalischen Hintergrundscore. Ansonsten kann man noch ein paar Verfolgungsjagden und Shoot-Outs bewundern. Wie es Ende der 80er Jahre üblich war, ist alles noch schön langsam geschnitten, ohne Wackelkamera und CGI Overkill, was sehr positiv zu bewerten ist.Neben der Action weiß auch die Beziehungsentwicklung zwischen Nick und Billy gut zu unterhalten. Anfangs können sich die beiden nicht riechen, aber im Laufe des Films kommen sie immer besser miteinander aus. Außerdem werden immer wieder auch humorige Onliner vom Stapel gelassen, so dass Blinde Wut nicht 100% bierernst ist. Dank der kurzen Spielzeit von 83 Minuten gibt es so gut wie keine Längen, spannend und unterhaltsam ist das Ganze geworden.
Rutger Hauer's Performance ist in diesem Film sehenswert, er stellt den blinden Kämpfer mit Herz und Humor sehr überzeugend dar. Der Mafiaboss und Hauptbösewicht (Nobel Willingham aus Last Boy Scout) wurde ebenfalls gut besetzt, alle anderen Schauspieler agieren dann eher doch auf niedrigem oder durchschnittlichen Nivaeu, weswegen für Blinde Wut keine Höchstwertung aus meiner Sicht in Frage kommt. Ein Bruderpaar aus der Gangsterbande zum Beispiel ist so schlecht gacastet, dass man sich richtig freut, als sie endlich ins Gras beißen. Die neue Freundin und Lebenspartnerin kommt rüber, als wenn Sie einen IQ von einer 12 jährigen hat und den extra eingeflogenen Endgegner für Nick (Sho Kosugi) haben wir in anderen Werken auch schon mal besser gesehen.So kommen wir abschließend auf eine Wertung von 8/10 Punkte. Perfekt ist blinde Wut nicht, aber verdammt unterhaltsam und für Freunde von 80er Jahre Action auf jeden Fall einen Blick wert. Er kam, sah nichts, und siegte!