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Zwei Studenten bilden eine Fahrgemeinschaft, um in den Weihnachtsferien nach Hause zu fahren. Auf einer verschneiten Landstraße mitten im Nirgendwo müssen sie einem entgegenkommenden Fahrzeug ausweichen und bleiben im Schnee stecken. Die nächste Tankstelle ist weit entfernt und die Temperaturen fallen immer tiefer. Doch schon bald merken die beiden, dass die schneidende Kälte nicht ihr einziges Problem ist: Immer häufiger werden sie von bedrohlichen Geistererscheinungen heimgesucht.

In simpel gehaltenen, düsteren Bildern vermittelt "Der eisige Tod" die lebensgefährliche Kälte der Landschaft, in der die beiden Hauptakteure festsitzen. So entsteht beinahe von Beginn an eine Atmosphäre der permanenten Bedrohung und Hilflosigkeit. Schon die Ausgangssituation, dass zwei Menschen in eisiger Kälte festsitzen, hätte für einen spannenden Survival-Schocker gereicht. Doch die Geistergeschichte, die hieran angeschlossen wird, stört deshalb keineswegs. Ganz im Gegenteil: Über weite Strecken wird die Story im Stil einer klassischen urbanen Legende erzählt, was mithilfe der zurückhaltend, aber effektiv eingesetzten Schockszenen für anhaltende Spannung sorgt. Nur das zu reißerische und effekthaschende Finale stört diesen ruhigen, aber unterhaltsamen Fluss ein wenig. Und auch auf den einen oder anderen unnötigen Ekeleffekt hätte man gut verzichten können.

Dafür überzeugt der Film über weite Strecken mit seiner kammerspielartigen Inszenierung. Der Großteil der Handlung spielt im oder direkt um das Auto der beiden Reisenden. Bei solch einem Konzept hängt natürlich viel von den Hauptdarstellern ab - und die machen ihre Sache ausgezeichnet: Die jungen, unverbrauchten Gesichter geben ihren Figuren das richtige Maß an Verwirrung, Ängstlichkeit und Wut. So wird nicht nur der reine Kampf ums Überleben angesichts einer natürlichen und übernatürlichen Bedrohung zum Zentrum der Story, sondern auch das zwischenmenschliche Miteinander. Auch wenn hier auf das eine oder andere Klischee offenbar nicht ganz verzichtet werden konnte.

Insgesamt ist "Der eisige Tod" ein in seiner dunklen Atmosphäre packender, klassischer Gruselfilm, der nur hin und wieder etwas zu viel will, aber meistens mit äußerst gelungenen Schockeffekten in seinen Bann zu ziehen weiß. Und dass, wie gesagt, auch die menschliche Seite nicht zu kurz kommt, verleiht ihm am Ende einen geradezu tragischen Zug (der durch den gut gewählten Soundtrack noch verstärkt wird). Ein ruhiger, stiller Horrorfilm, der Spannung und emotionale Anteilnahme am Schicksal der Figuren erzeugt, und das alles ganz ohne Blutbäder und weitestgehend ohne Genre-Klischees: eine kleine Perle seines Metiers.

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