Um am Tag vor Weihnachten noch rechtzeitig vom Uni-Campus nach Delaware zu gelangen, meldet sich eine Studentin auf einen Aushang am schwarzen Brett bei einem ihrer männlichen Kommilitonen, der einen Mitfahrer sucht, mit dem er sich die Sprit-Kosten teilen kann. Schon bei der Abfahrt ist die Stimmung nicht die allerbeste und unterwegs erweist sich eine vermeintliche Abkürzung über eine verschneite Landstraße, die vom Highway wegführt, als fatal, denn nach einer Beinahe-Kollision mit einem entgeegnkommenden Fahrzeug kommt man vom Weg ab und sitzt mit dem Wagen in einer Schneewehe fest. Als die beiden nach dem Unfall wieder zu Bewusstsein kommen, haben sie natürlich keinen Handyempfang und nach Einbruch der Dunkelheit macht ihnen die eisige Kälte ganz schön zu schaffen. So wirklich unangenehm wird die Situation jedoch erst, als plötzlich die Geister einiger Mordopfer, die in den 50ern auf diesem Strecken-Abschnitt einem irren State Trooper zum Opfer gefallen sind, ums Auto schleichen... Kurios: In seinen Ansätzen ist "Der Eisige Tod" im Grunde genommen ein ziemlich brillanter Film, der leider zwischendurch aber eine falsche Abzweigung genommen hat und zu einem mittelmäßigen degeneriert ist, denn alleine schon die Prämisse an sich hätte mal echt das Potenzial zu so viel mehr gehabt! Seine stärksten Momente hat der Streifen dann auch tatsächlich noch zu Beginn, wenn das Setting etabliert wird und das Ganze nach dem Auto-Unfall in Richtung Survival-Thriller mit psychologischer Kante zu gehen scheint, der die eingebrachten phantastischen Motive inklusive der sehr genretypisch geratenen Geister-Auftritte gar nicht nötig gehabt hätte, denn die sind eigentlich das langweiligste an "Der Eisige Tod" und ziehen die Angelegenheit doch mächtig runter. In der Beziehung unterscheidet sich das alles also nicht wirklich von der 2007er-Stephen King-Adaption "Zimmer 1408", die von exakt denselben Problemen geplagt wird: Erste Hälfte hui, zweite pfui... und irgendwann mittendrin geht der Angelegenheit die Luft aus! Nun ja. Schauspielerisch versucht zumindest eine junge Emily Blunt noch alles rauszuholen, was drin ist, scheitert letzten Endes aber daran, ihre bereits im Drehbuch ebenso unsympathisch wie unzureichend angelegte Protagonistin (ziemlich underwritten und nicht mal mit 'nem Namen versehen!) dem Zuschauer einigermaßen nahezubringen. Die damals noch bekannteren Namen in den Credits sind hingegen die der Produzenten George Clooney und Steven Soderbergh, wobei wohl anzunehmen ist, dass Letzterer seinem Stamm-Regie-Assi Gregory Jacobs halt netterweise auch mal die Gelegenheit geben wollte, 'nen eigenen Film zu drehen und selbst am Set zu sagen, wo's langgeht. So wirklich einen Gefallen getan hat er sich damit allerdings nicht, denn hüben wie drüben konnte "Der Eisige Tod" am Box-Office gar nichts reißen... was einen angesichts der präsentierten Geschichte aber auch nicht wirklich verwundern muss, denn die erreicht sowohl vom Gehalt wie auch ihrer Umsetzung kaum Kino-Niveau und wird zudem auch über Gebühr breitgewalzt und gehört eigentlich eher als 45minütige Episode einer TV-Serie in die Flimmerkiste. Was den Streifen da mal echt vor dem Untergang rettet ist die beachtlich frostige Atmosphäre, die inszenatorisch geschickt heraufbeschworen wird und sich durch kleine Details am Rande (wie etwa ein Fenster der Rostlaube, das sich nicht bis zum Anschlag hochkurbeln lässt... brrr...) schnell auf den Zuschauer überträgt. Zumindest in der Beziehung halten also sowohl der Orginaltitel als auch der deutsche, was sie versprechen...
6/10