Review

Grüße und ein bisschen Büsse


Donald Duck war immer meine liebste Disneyfigur - und hier folgen wir ihm nach Südamerika, vom Titikakasee über die Anden (mit einem süßen Miniflugzeug) bis zum Karneval in Rio in deutlich unter einer Stunde…

Brasilien, Argentinien, Chile - für die (besonders die damalige und konservative) USA eher exotische Urlaubs- und fast Dritteweltländer als echte, geschweige denn gleichwertige Nachbarn. Daran hat sich bis heute gar nicht allzu viel getan. Und vor über einem halben Jahrhundert, in einem der extrem altmodischen, weißen und in seiner Sichtweise sehr eingeschränkten Häuser namens Disney, wird das natürlich nochmal potenziert deutlich. Und während „Saludos Amigos“ Neugierde und Offenheit vorgaukelt, werden die südamerikanischen Staaten viel eher vorgeführt und schmunzelnd, immer leicht abwertend, betrachtet. Das kann man kaum abstreiten. Nicht teuflisch oder bösartig, aber doch unübersehbar aus heutiger Sicht. Daran ändern auch ein paar süße Snippets mit Donald oder Pedro, dem fliegenden Jungspund, nichts. Die knappe, kaum eines Langfilms würdige Laufzeit tut ihr Übriges zur Ernüchterung bei. Für mich ist „Saludos Amigos“ nur eine (zum Teil auch noch moralisch fehlgeleitete, etwas heuchlerische) Fingerübung. Kein Vergleich zum Primus „Fantasia“. 

Fazit: ein Reiseführer der Herzen? Eher einer, den man muss verschmerzen. Wenn auch nicht gleicht für die Poperzen. „Drei Caballeros“-Aufwärmübung.

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