Das Schlimmste, was man „The Contract“ zugestehen muß, ist seine ungeheure Beliebigkeit.
Bruce Beresford ist nun wirklich ein anerkannter Regisseur, der immerhin Filme wie „Driving Miss Daisy“ und „Paradise Road“ auf dem Konto hat, doch was ihn an einem Film wie „The Contract“ gereizt hat, bleibt ein Rätsel.
Sicherlich, der Film ist mit Morgan Freeman und John Cusack prominent besetzt, doch auch da hat man das unbestimmte Gefühl, das das eine Vertragserfüllungsproduktion gewesen ist.
Der Plot liest sich wie stringente Unterhaltung: ein Auftragskiller wird nach einem Autounfall festgenommen, doch sein Team befreit ihn wieder. Doch dabei geht einiges schief und der Verhaftete landet ausgerechnet in den Händen eines Ex-Cops (und jetzigen Sportlehrers), der mit seinem Sohn einen Campingausflug macht und nicht davon abzubringen ist, den Mann den Behörden auszuliefern. Folge: Verfolgungsjagd im schlecht zugänglichen Gelände…
So etwas gab es schon oft und wird es sicher immer wieder geben, doch die Umsetzung verblüfft doch gewaltig. Weder Freemans Killer noch Cusacks Sportlehrer erfahren mehr als die notdürftigste Charakterisierung, von Tiefe beinahe ganz zu schweigen. Motivationen werden nur angerissen, ebenso wie Hintergründe.
Irgendwie spielen da nämlich auch noch Regierungsbehörden mit und die möchten den Herrn Auftragsmörder jetzt selbst ausgeschaltet wissen. Was das aber alles soll, ist lediglich Staffage in einem auf äußeren Effekt angelegten Spiel.
Möglicherweise ist das aber auch Methode, denn was den Film auszeichnet, ist sein größtmöglicher Realismus abseits ausgetretener Thrillerpfade. Obwohl nicht überspektakulär, hält der Film seine Zuschauer immer bei der Stange, baut Actionszenen ein, die tatsächlich so geschehen könnten und vermeidet überraschend auftauchende Übermenschen in der gewöhnlichen Normalität.
Überhaupt kommt in diesem Film einmal keine Szene vor, in der sich einer der Charaktere so haarsträubend doof verhält, wie wir das aus 1001 Filmnacht kennen, nicht mal der Teenager.
Es gibt ein paar gute Sprüche und einige witzige Figuren (z.B. der Landsheriff, der das herablassende Verhalten der Bundesbeamten praktisch unmerklich unterläuft) und es gibt auch ein paar Tote auf dem Weg, doch niemals lässt sich der Film auf das gewisse B-Niveau herab. Das A-Niveau mit einer zusätzlichen politischen Dimension dahinter oder menschlicher Hintergründen hinter den Fassaden sucht er aber auch nicht gerade.
So bleibt ein unterhaltsamer, aber wenig gehaltvoller Film übrig, den man gesehen haben kann, aber niemals muß und der vermutlich überhaupt nur von Atem erfüllt ist, weil zwei gute Charakterdarsteller sich für die Hauptrollen hergegeben haben – ohne von dem Film zu profitieren. (6/10)