Review

„Das Wandern ist des Müllers Lust", so der bekannte Refrain des Volksliedes welches wohl schon jeder einmal vor sich hin geträllert hat. Nun hier in diesen Wanderthriller sind John Cusak und Morgan Freeman gefordert. Morgan Freeman spielt den Auftragskiller Frank Carden der blöderweise von der Polizei gestellt wird. Nun seine Mitarbeiter sind aber helle und wagen einen Befreiungsschlag bei der Überführung. Dumm nur dass beim Fluchtversuch das Auto die Böschung runter düst und samt Police Officer im Fluss landet. Kann sich Frank Carden nun endlich befreien und seine streng geheime Mission erfüllen. Nein, denn Frank Carden versalzt der Familienvater Ray Keene (John Cusak) die Suppe. Der ist grad mit Sohnemann auf Wandertour in der Wildnis, irgendwo im Staate Washington nicht in der Stadt (ach was für ein Brüller!). Die nehmen gleich mal Frank Carden in Gewahrsam und wollen ihn schön brav beim örtlichen Sheriff abliefern. Diesmal hat Frank Carden aber Glück, denn das Handy funktioniert gemäß Thriller Vorschrift 111 nicht. So jetzt wird es spannend, denn die Killer Kollegen von Frank Carden machen nun Jagt auf Keene und Sohn.

Das Problem dieses Films sind nicht unbedingt die Darsteller, obwohl John Cusak als auch Morgan Freeman wirken doch recht fehlbesetzt. Beiden bemühen sich, doch irgendwie soll es nicht passen. John Cusak mit Waffe, wirkt hier absolut ungefährlich und man fragt sich warum Carden nicht mal probiert ihn zu überwältigen. Morgan Freeman als Killer wirkt auch eher lustlos und etwas zu alt für die Rolle. Der Film hat durchaus seine vorhersehbaren spannende Momente und doch das eine oder andere Landschaftsbild zu bieten. Nur das war es auch schon. Denn die Handlung und wie sie sich entwickelt ist einfach schauderhaft.

[SPOILER Anfang] Um Kritik zu üben muss ich leider auf Teile der Handlung eingehen. Denn die sind hier mir ein gewaltiges Dorn im Auge. Kommen wir zunächst zu den Kollegen von Morgan Freeman. Die haben zwar einige Tricks drauf wie im Wald Schach spielen (Internet? aber Mobilfunk geht nicht?) oder Helikopter fliegen. Scheinen aber doch sonst rechte Doof Nüsse zu sein, denn schießen und vor allem treffen kann keiner von denen. Da gibt es z.B. einen Scharfschützen der trotz Zielanvisierung einfach nicht treffen kann. Weil ja auch immer was dazwischen kommt. Im Laufe dieser seltsam langen Wandertour stellt man sich schon die Frage: „Bitte wo gehen die denn hin?". Denn das Ende dieser Tour ist eine Sackgasse. Wie wäre es mal mit Karte auspacken, Hütten suchen etc.... oder war der Film etwa nur für Flachlandbergsteiger gedacht. Wieso wiedermal ein Seil vergessen wurde, weiß auch kein Mensch.

So jetzt treffen unsere Helden mitten im Wald eine kesse Meid, samt nervigen Typ denn sie glücklicherweise für Ray Keene gar nicht mehr liebt. Anscheinend hat der Regisseur viel Geld an der Börse verloren, denn die Nervensäge ist nicht nur feige sondern auch Börsenmakler. Dumm gelaufen, kann man da nur sagen denn der Zuschauer weiß relativ schnell wer wohl als nächste ist der ins Gras beißen muss. Ja die Herren Profi Killer treffen auch, allerdings immer nur den Falschen. Die plötzlich auftauchende Frau ist natürlich zunächst nackig mit heißen Kurven, damit der Herr Sohn auch ja schöne Träume hat. Dass der Regisseur Börsen nicht mag, sieht man an folgender Szene: Der Sohn wird von seinen Fesseln befreit und sagt als erstes dass es schrecklich war dass in der Glotze nur Börsennachrichten liefen. Merke gefesselt und geknebelt zu sein ist nicht so arg, wie den ganzen Tag Börsen TV zu gucken. Warum und wieso der junge Mann gefesselt wurde, ist eine viel zu lange (und langweilige) Geschichte um sie zu erzählen. [SPOILER Ende]

An Humor wird auch einiges geboten, neben eher unfreiwilligen Szenen. Brüller wie schon erwähnt (Washington der Staat, nicht die Stadt!), oder dass Landpolizisten Kaffee holen und diesen verschütten. Auch sensationell ein lustloser und gelangweilter Dialog zwischen FBI Leuten, dass das Opfer ja der Präsident sein könnte. Darauf wird eine Antwort wie „Wer soll den schon umbringen?" gegeben. Mit sinnlosen Dialogen wie diesen ist der Film ja richtig zum Losheulen. Also wer sich diesen spannenden Thriller geben will: Erwartungen tief stapeln. Filme wie diese sind aber immer eine schöne Gelegenheit wiedermal einen Natur Action Thriller von Großmeistern vergangener Tage wie „Mörderischer Vorsprung" (1988) oder „Beim Sterben ist jeder der erste" (1972) anzuschauen um zu wissen wie so etwas besser geht.

Schade aus meiner Sicht wurde hier ein Thriller vergeigt. Landschaft als auch Schauspieler wären vorhanden gewesen, doch wurde bei der Geschichte zu wenig gebastelt. So ist der Film eher beim schlechteren Durchschnitt anzusiedeln und kann daher auch nur mäßig unterhalten.

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