Review

 London to Brighton
(Ascot Elite)

In der Reihe des britischen Filmes, die Ascot Elite seit geraumer Zeit führt, kam es in der Vergangenheit schon zu manch einer Veröffentlichung, die sich für den geneigten Zuschauer als kleines Highlight entpuppte. Der hier vorliegende London to Brighton gehört definitiv dazu!
Das Langfilmdebüt von Paul Andrew Williams (sein zweiter Film The Cottage ist hierzulande auch schon veröffentlicht worden) glänzt durch eine realistische, schmutzige Bestandsaufnahme der modernen englischen Großstadt, welche all seine drastischen Facetten des sozialen und kulturellen Untergrundes beschreibt!
Die Geschichte handelt vom Zuhälter Derek (Johnny Harris), der von dem berüchtigten Gangsterboss Duncan Allen(Alexander Morton) den Auftrag bekommt, eine sehr junge Prostituierte zu besorgen. Derek delegiert diesen Auftrag an die gutherzige Prostituierte Kelly (Lorraine Stanley), die ihm ein junges Mädchen, am besten eine Ausreißerin, besorgen soll. Die 11jährige willigt für einen bestimmten Geldbetrag ein, als der Freier jedoch die Situation mit einem Messer eskalieren lässt, tötet Kelly Duncan, und flüchtet mit dem Mädchen von London nach Brighton. Der Sohn des Gangsterbosses jedoch will Rache und lässt die Frau und das Mädchen suchen.
London to Brighton beziehungsweise sein Regisseur erzählt diese Geschichte sehr komplex und verschachtelt. Zeitsprünge und abrupte Breaks fordern die Aufmerksamkeit des Zuschauers. Dass die formale und visuelle Art des Filmes dabei sehr roh und authentisch ist, lässt manchmal vergessen, dass man einen Film betrachtet. Ein weiteres Plus sind dabei neben den sehr guten Darstellern die realistischen Dialoge, die nie selbstzweckhaft wirken, sondern den Darstellern auch Platz für Mimik nonverbale Kommunikation lassen.
Im Bonussektor befindet sich neben einem ausführlichen und informativen Audiokommentar noch geschnittene Szenen, Trailer und Programmhinweise, Videos vom Casting und Dreh, Interviews und ein alternatives Ende.
Die Darsteller wissen allesamt zu überzeugen, heraus sticht jedoch die junge Darstellerin Georgia Groome (Jahrgang 1992), welche mittlerweile auch in Williams zweiten Film The Cottage oder Frontalknutschen zu bewundern war. London to Brighton liefert einen unsentimentalen Blick auf eine dreckige Großstadt, und zeigt die Seiten auf, die man als Durchschnittsbürger nicht zu sehen bekommt. Hier wird nichts beschönigt, sondern realistisch aufgezeigt.Eine heftige, teils schmerzhafte Form von einem Independent-Film, der seinen Zuschauer kaum unbeteiligt lassen dürfte. Britisches Kino, was modernen und aufwühlender kaum sein kann!


CFS

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