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Zugegeben: die Story um wiederbelebte Marsgeister klingt wirklich interessant, um die Leute ins Kino zu locken.
Und die Tatsache, dass der Film auch noch den Titelzusatz "John Carpenter" trägt, sollte einen eigentlich vermuten lassen, dass das was kommt an Atmosphäre, Intelligenz und Spannung nur so strotzt. Doch irgendwie schien der von vielen Fans gefeierte "Meister des Horror" hier andere Wege gehen zu wollen. Denn im Vergleich zu seinen vorherigen, teilweise zurecht als Meisterwerk bezeichneten Filmen, bietet "Ghosts of Mars" leider nichts dessen, was diese Filme und damit ihn selbst ausgezeichnet haben. Nur die Musik lässt einen erahnen, dass der Film von Carpenter stammt. Es fehlen dazu einfach geschickt platzierte Schnitte in Verbindungund mit intelligent verflochtenen Handlungssträngen. Er arbeitet zwar mit Rückblenden, kann damit aber auch nur sehr mangelhaft Komplexität vorteuschen. Weder Atmosphäre, noch Spannung werden damit aufgebaut, wenn dann aber auch nur kurz und das an sehr wenigen Stellen. Zu verdanken haben wir das auch den plump gezeichneten Charakteren, die zudem noch von ziemlich lust- und leidenschaftslos agierenden Schauspielern verkörpert werden. Einzige Ausnahme ist hier nur Pam Grier, die allerdings schon in den ersten 30 Minuten das zeitliche segnen muss. Weiterer "Stimmungskiller" ist mit Sicherheit der Hauptgegner, der eigentlich im ganzen Film nur völlig unverständlich rumbrüllt und dazu noch dumme Grimassen schneidet: Null Text, null Charisma ergeben bei mir auch null Interesse. Ein besser gezeichneter Gegner wie z.B. in "Vampires", dem direkten Vorgängerfilm hätte dem Film deutlich mehr Leben eingehaucht. Aber was nutzen einem dann auch die besten Charaktere, wenn es keine interessante mitreissende und vor allem logische Handlung gibt? Die Antwort des Regisseurs, den Schauspielern einfallslos platte und eigentlich auch unwichtige Dialoge in den Mund zu legen, ist ganz sicher die falsche Alternative. Gut gelungen sind die Special Effects, Masken und Splatterszenen, mehr meiner Meinung leider aber auch nicht. Mein Fazit ist daher:
Der Film reisst einfach nicht vom Hocker und wenn, dann nur, um das Kino frühzeitig zu verlassen, was angesichts des Dargebotenen gar nicht mal so abwegig ist und auch schon vorgekommen sein soll. Vor allem werden aber Carpenter Fans entteuscht sein, die deutlich mehr erwartet haben. Und auch ganz allgemein gesagt: die Erwartungen, die man an einen Carpenter Film stellte, wurden nicht erfüllt. Daher bleibt nur zu hoffen, dass er sich auf seine alten Tage noch einmal so richtig zusammenrafft, um einen "meisterlichen" Schocker abzuliefern. Dieser Versuch hier sehe ich jedenfalls als gescheitert an.

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