Review

Eine lustlose Auftragsarbeit – schludrig runtergerissen, so wirkt „Ghosts of Mars“ auf den typischen Carpenter-Verehrer.
Der Meister des atmosphärischen B-Films hat seit dem Mißerfolg seines großbudgetierten „Escape from L.A.“ schon keine rechte Lust mehr auf die Filmwelt und das ist dem SF-Streifen hier deutlich anzumerken.

In keiner Phase des Films kann Carpenter hier das klaustrophobische Gefühl erzeugen, daß den ähnlich gelagerten „Assault on Precinct 13“ und „TheThing“ inne wohnte, die Belagerungssituation, die ausweglose Lage, die ständige Bedrohung.
Schon der Einfall, das Geschehen in Rückblenden zu erzählen und damit vorwegzuschicken, daß der Charakter Ballard, gespielt von Natasha Henstridge überleben wird, tötet einen Großteil ungewisser Spannung ab. Ständig erfährt man, was geschieht, bevor man es dann sieht, ein Kardinalfehler, der Carpenter nicht hätte passieren dürfen (er war auch für das Skript verantwortlich).

Einige futuristische Bezüge (die matriacharische Marsgesellschaft) werden nur selbstzweckhaft angerissen, ohne ausgebaut zu werden, die Figuren bleiben reine Chiffres, für man kein Interesse entwickeln kann. Ballard ist eine symbolhafte Figur ohne Schärfe und Persönlichkeit, bei den übrigen kann nur interessieren, wie sie dran glauben müssen.
Jason Statham läßt zwar den Chauvi ein paarmal nett raushängen, hat aber keine wirkliche Funktion, wie auch die übrigen Charaktere nie echte Abhängigkeiten voneinander entdecken lassen, kaum einmal emotional reagieren, sondern nur Stichworte abliefern.

Daß im Schlußgefecht dann die Verbliebenen möglichst übersichtlich gemeuchelt werden, trägt dem allgemeinen Desinteresse Rechnung.
Und auch Ice Cube, der hier als dunkle Eminenz und harter Fighter „Desolation“ Williams antritt, hat nicht die Ausstrahlung, um irgendwie in Erinnerung zu bleiben.

Noch fader die Bedrohung, die nach Sporenart aus Menschen besessene Marswesen macht, die hauptsächlich von Zerstörungswut getrieben werden. Da rennt zwar ein muskelbepackter Bösling mit grellem Make-Up durch die Kulissen, aber mehr als unverständliche Schreie ausstoßen kann er auch nicht.
Inszeniert in einem Mars-Bergabeiterstädtchen, sieht das niemals und in keiner Szene anders aus, als in einem Studio-Set, daß man tricktechnisch rötlich eingefärbt hat und die Actionsequenzen mit vielen Verpuffungsexplosionen und durch die Luft fliegenden Stuntmen sind allerhöchstens auf A-Team-Niveau.

Carpenter scheint alles vergessen zu haben, Spannungsaufbau, Steigerungen, einen brauchbaren Höhepunkt. Er reiht Motive aus Western und Endzeitfilmen nahtlos aneinander, unterbrochen immer wieder von den überflüssigen Verhörsequenzen und kann nicht mal eine Alternative zum Bösen bieten, weil man es nicht richtig vernichten kann.

Besonders flach ist die Sequenz, in der Ballard den Marsgeist wieder aus ihrem Körper herausdrängt. Anstatt die Drogen, die Ballard schluckt, für die Inkompatibilität verantwortlich zu machen, schafft sie es angeblich nur mit Willenstärke und ihren Gedanken, was weder irgendwie begründet wird, noch logisch ist.

Ein wirklich dürftiges Stück Film, noch schlechter als der weniger als mäßige „Vampires“ und im Kino wirklich seiner Zeit hinterher rennend. Franka Potente kann sich glücklich schätzen, die Hauptrolle abgelehnt zu haben, die dann die gesichtslose Henstridge übernahm, die außer ihrem (relativ) guten Aussehen hier auch nichts Qualitatives beisteuern kann. (3/10)

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