Niemand darf von einem Carpenter-Film mehr erwarten als trashige Unterhaltung, die trotzdem solide und spannend inszeniert ist. Genau dies liefert der Meister nämlich auch mit seinem 17. Kinofilm (die TV-Filme "Elvis", "Someone's Watching Me" und "Body Bags" nicht mitgezählt). Die Handlung hat Löcher, grösser als die Krater des Mondes, die Logik ist im Urlaub, und die Charaktere sind so flach wie Holland. Aber was solls: Wenn wir Gehaltvolles wollen, gucken wir Ingmar-Bergman-Filme. Bei Carpenter reichen ein paar Flaschen Bier und ein paar Joints, dann kann die Party beginnen. "Ghosts Of Mars" ist kurzweillig, düster, blutig (zumindest für Jean-Pütz-Fans), humorvoll (allerdings unfreiwillig) und eine interessante Variante der Mars-Filme, die in den letzten zwei Jahren in die Kinos kamen. Nicht sein bester Film, aber immer noch Carpenter pur.
John Carpenter hat seine grosse Zeit hinter sich gelassen. Trotzdem gehört er in die Hall-of-Fame der Filmemacher und lässt noch so manchen jungen Regisseur im Regen stehen. Gelernt ist eben gelernt.