Nachdem mir "Vampires" gut gefallen hat, enttäuscht mich John Carpenter mit dem bestenfalls mittelprächtigen "Ghosts of Mars".
Das Grundprinzip der Story mit den Marsgeistern ist von der Sache her nicht schlecht und könnte einer "X-Akte" entsprungen sein. Wie sich die Handlung dann aber weiterentwickelt, ist doch sehr schwach, denn die ganze Zeit ist man auf der Flucht nach der "Marshorde". Der Film beschränkt sich dann nur noch auf die einseitige "Wer wird überleben" - Story. Wobei selbst das hier ziemlich langweilig ist, weil Melanie Ballard (Natasha Henstridge) hier in Rückblenden berichtet. Da nur sie dem Ausschuss von dem Geschehen erzählt, ist von Anfang anzunehmen, dass sie wahrscheinlich die einzige Überlebende ihrer Truppe ist. Eventuelle überlebende Gefangene, die ja abgeholt werden sollen, wären natürlich nicht so blöd sich freiwillig von Melanie ausliefern zu lassen. So kann man sich auch im weiteren Filmverlauf leicht ausrechnen, wer, außer ein Polizist, sich dann noch mit ihr in den Zug retten könnte. Dass man hier mit Rückblenden arbeitet, ist also schon mal ein großer Spannungsdämpfer.
Aber auch ansonsten enttäuscht der Film in Punkto Handlung, denn die grundsätzliche Thematik um die Marsgeister wird überhaupt nicht ausgebaut. Man erfährt im großen und ganzen nicht viel über diese Erscheinung. Man weiß nicht wirklich, was die Geister wirklich sind (man stellt höchstens Vermutungen an) und wo sie herkommen. Das Gemetzel ist auch völlig sinnlos, da so nur die menschlichen Wirte zerstört werden, die Geister aber weiterhin über den Mars wehen. Das offene Ende macht hier auch keinen guten Eindruck, da eine richtige Lösung des Problems in meinen Augen nicht gefunden wird.
Die Atmosphäre kommt immerhin gut rüber. Aber man sollte bedenken, dass man sich auf dem Mars befindet. Flüsse, blühende Bäume oder Sonnenlicht darf man nicht erwarten. Alles ist sehr trostlos anzuschauen. Zwar eine glaubwürdige, aber trotzdem langweilige Location.
Die befallenen Siedler erinnern an ein Urwaldvolk. Da hier kaum gesprochen, sondern nur gebrüllt wird, gleicht hier irgendwie jeder dem anderen. Eine Ausnahme stellt vielleicht der Anführer im Marylin Manson-Verschnitt dar.
Die nicht so berauschenden Kämpfe werden ab und zu mal mit ein paar Goreeinlagen ausgeschmückt, wobei es wirklich nicht sehr viele sind. Die Bluteffekte gehen in Ordnung, allerdings sehen einige andere Szenen fast amateurhaft aus. Ein Beispiel wäre die Ballonszene oder die Szenen während der Zugfahrt, bei dem die vorbeiziehende Landschaft aussieht, als würde von einem unterbezahltem Arbeiter an einer Kurbel gedreht werden, damit sich die Hintergrund-Leinwand bewegt.
Die Schauspieler sind auch nicht erste Sahne. Ob es nun Natasha Henstridge oder Ice Cube ist; alle kommen sie zu emotionslos rüber, wenn zum Beispiel ein Freund den Löffel abgegeben hat. Die lockeren Sprüche wirken irgendwie nur aufgesetzt.
Fazit: Obwohl ich nicht unbedingt der Fan von rockigen Klängen bin, so sind sie wohl noch das Gelungenste am ganzen Film. Die Story ist meiner Meinung sehr schwach. Von der Thematik her wäre viel mehr drin gewesen.
Herr Carpenter, das können sie besser! (4+/10 Punkten)