Review

Was ist bloß mit John Carpenter los?
Nach dem genialen "Vampires" war ich natürlich sehr gespannt auf "Ghosts of Mars". Als ich dann im Kino saß, stellte sich mir allerdings häufiger die Frage, ob ich mich im richtigen Film befand. "Ghosts of Mars" ist Trash pur und nichts anderes. Das ich letztendlich doch meinen Spaß hatte, verdanke ich zu einem nicht ganz unbeträchtlichen Teil der unfreiwilligen Komik, ganz zu schweigen von der deutschen Synchro.

Doch erst einmal zur Handlung:
Im Jahr 2176 ist die Erde hoffnungslos überbevölkert. Um Abhilfe zu schaffen, hat man den Mars kolonialisiert. Die wertvollen Bodenschätze des roten Planeten werden in riesigen Minen abgebaut. Bei einem dieser Bohrversuche wird eine Art Lebensform freigesetzt, die sich in jedem beliebigen Körper festsetzen kann und diesen in eine willenlose Tötungsmaschine umwandelt.
Im "Shining Canyon" soll unterdessen eine Spezialeinheit der zukünftigen Polizei den Schwerverbrecher Desolation Williams abholen und zu seiner Verhandlung überführen.
Doch dort angekommen, finden sie außer Williams nur geköpfte Leichen vor....

Schade, schade, denn aus der Story hätte man im Prinzip mehr machen können. Nur leider wird das an allen Ecken und Enden vereitelt.
Die Schauspieler sind allesamt lächerlich, wobei Natasha Henstrige, die mir in Species I und II eigentlich gut gefallen hat, den Vogel abschießt. Selbst Pam Grier kann zu keinem Zeitpunkt überzeugen, ebensowenig wie Ice Cube in der Rolle von Desolation Williams.
Am lächerlichsten sind jedoch die "Mars - Zombies", die aussehen, als seien sie einer Black Metal Band entsprungen. Sie kommunizieren ausschließlich mit wüstem Gebrüll, was einen doch das eine oder andere Mal ordentlich zum Lachen brachte.

Wahrscheinlich haben die Übersetzer gemerkt, dass Carpenter mit diesem Film einen Griff ins Klo gelandet hat und spendierten ihm eine Synchro, die an Dämlichkeit fast mit "Story of Ricky" mithalten kann. Doch gerade dieser ist es zu verdanken, dass "Ghosts of Mars" als Trashgranate ware Lachanfälle auszulösen vermag.

Leider wurde beim Soundtrack eine echte Möglichkeit verspielt, noch einiges wieder gutzumachen, denn Carpenter konnte tatsächlich den genialen Steve Vai für seinen Score gewinnen. Doch auch hier gibt es nichts bahnbrechendes zu verzeichnen.

So geschockt ich am Anfang war, umso mehr habe ich mich letztendlich doch über die unfreiwillige Komik amüsiert, deswegen
6/10 Punkten

Details
Ähnliche Filme