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Im Jahr 2176 ist der Mars von Menschen kolonisiert, die in Minen nach Rohstoffen suchen.  Während die Menschen dort unter schlechten Bedingungen schuften, hat eine kleine G.I.-Truppe den Auftrag, den Meuchelmörder Desolation Williams (Ice Cube) aus der Minenstadt abzuholen um ihn vor ein Gericht zu zerren. Dabei stellen sie fest, dass die Mars-Bewohner scheinbar von einem Virus besessen sind, die sie zu einer Mischung aus Zombies, Kannibalen und Heavy-Metaller werden lässt.

Mensch Carpenter, hier haste einiges verschenkt!
Die Location reizt, die Geschichte geht so, das Geschnetzel ist auch nicht schlecht und auch der Cast kann sich sehen lassen: Pam Grier (mit Pannenfrisur), Natasha Henstridge (die außer "Species" glaub ich, nichts gedreht hat), Ice Cube (der dann doch gar nicht so böse ist, wie man anfangs vermutet) und zu guter letzt Jason Statham, der allerdings bei der Produktion doch noch eher unbekannt war und erst ein Jahr später in "Transporter" den weltweiten Durchbruch schaffte.

Der gealterte Carpenter hat scheinbar vieles verlernt. Der erste Kapitalfehler ist, dass die Story mit Rückblenden erzählt wird. Das heißt, dass man zu Beginn  sieht, wer denn diese Mission überlebt hat. Auch wenn es eine kleine Überraschung in dieser Hinsicht gibt, geht dadurch massig Spannung flöten und es wird höchstens noch interessant, wie denn die Charaktere flöten gehen.
Die zweite Blödheit besteht da drin, dass der Mensch nur der Wirt  für diese Bakterien ist. Sobald der Mensch tot ist, sucht sich die Bazille über die Luft ein neues Opfer. Das geht eigentlich noch, jeddoch gibt es zwei Beispiele, bei denen die Dummheit am Strahlen ist: In der Gefängniskammer hat unsere Crew einen Infizierten eingesperrt, der keinerlei Gefahr ausüben kann. Trotz des Wissens der Luftübertragung wird Kollege Zombie über den Haufen geballert und schwupps - landet er in Natasha Henstrige. Man jault aber in der Folgeszene erst laut auf, als die gute Natasha (unsere Überlebende, wie wir anfangs ja vermittelt bekommen) den Marsgeist scheinbar wieder mit ihrem starken Willen aus dem Körper rausquetscht, obwohl es offensichtlich ist, dass die zuvor eingenommen Drogen dafür verantwortlich sind.
Und so ballern sich Natasha mit Ice Cube und Jason Statham (der hier eher eine ekligere Rolle spielt, da er sein Hirn zwischen den Hoden sitzen hat und andauernd die Henstrige bespringen will).
Einzig interessante Komponente ist die Freund/Feind-Konstellation, die zusammenhalten müssen, weil die außerirdische Gefahr dann doch größer ist. Doch auch dies wird gekonnt in den Sand gesetzt und kann nicht ansatzweise die Geschichte voranbringen.
Die absolut unangebrachte Industrial-Musik (von Anthrax und Buckethead) passt sich dem übrigen Niveau nahtlos an.

Wenn man alle Logiken verdrängen kann, ein Sixpack Bier zuhause hat (empfohlen von mir: vor Filmbeginn schon mindestens zwei Stück reinschütten), kann dem Film dann doch irgendwie so etwas wie "Unterhaltung" nicht absprechen. Leute, die ernste Filme suchen, sind hier total fehl am Platz.

Knappe 6 von 10 Punkten

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