Review

Carpenter auf der Trash-Rasierklinge

Nach "Ghosts of Mars" meldete der Meister John Carpenter sich mehr oder weniger vom Filmbusiness ab, aus Erschöpfung & mangelnder Inspiration hieß es von ihm selbst. Gesundheit & Spaß am Job gehen vor & wenn er selbst mit dem Ergebnis nicht zufrieden war, war das sicher die beste Entscheidung. Erst recht bei einem Regisseur, der niemandem mehr etwas beweisen muss. Wem weitere Carpenter-Filme allerdings schon irgendwie fehlen, sollte sich vielleicht mal an die eigene Nase fassen - denn viel mehr Zerreißen & Kritisieren als es die Fans & Kritiker Anfang 2000 taten, geht wohl kaum. Und das geht an keinem Regisseur so einfach vorbei, selbst am besten... Rückblickend betrachtet hatte man zwar recht, "Ghosts of Mars" ist einer seiner schwächsten Filme - aber trotzdem noch weit weg von Müll! Gerade die Fans hätten zu ihm halten sollen & zumindest die guten Ansätze in der kurzweiligen Mars-Schlachtplatte erkennen sollen...

In "Ghosts of Mars" kombiniert J.C. viele seiner vorigen Muster. Es geht um eine Polizeieinheit auf dem Mars, die einen Schwerverbrecher abholen soll. Und als wäre dies nicht genug, muss die ungleiche Truppe feststellen, dass der Großteil der Kolonie-Besatzung von zombieähnlichen Marsviren infiziert wurde... und diese sind im Blutrausch! Schon allein bei diesem Inhalt, fällt es schwer zu verstehen, warum der Film 1. so schlecht ankam & 2. bei Veröffentlichung von nur so Wenigen der trashig-ironische Charakter erkannt wurde! Es gibt Muster von The Fog, Assault & auch The Thing zu entdecken & der Film ist schon typisch Carpenter - nur halt erheblich selbstironischer! Ich musste jedenfalls wesentlich weniger den Kopf schütteln als erwartet.

Ice Cube kauft man trotz Ghetto-Vergangenheit nie so richtig den harten Kerl ab, die Effekte könnten teilweise aus einem PlayStation 1-Spiel kommen & die Dialoge sind oft zum Haareraufen. Aber machen das nicht das tolle Monsterdesign, fliegende Kreissägen, der rockige Soundtrack, ein Trash-Ende mit Ankündigung & ein paar große Namen in frühen Rollen wet? Ich hatte jedenfalls Spaß, auch am gut dosierten Gore-Faktor - besser als der ganze DTV-Monster-Schrott der letzten 20 Jahre ist "Ghosts of Mars" sicher! Vielleicht waren die Erwartungen damals auch einfach zu hoch... oder die Leute hatten den Herrn auch nach über 30 gefeierten Jahren im Geschäft immer noch nicht verstanden!

Fazit: besser als sein miserabler Ruf & für echte Carpenter-Fans geht der Daumen sogar eher nach oben... Aber ein guter Film sieht natürlich anders aus! 

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