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Ein unberechenbarer Schlachter (Philippe Nahon) wird aus dem Gefängnis entlassen und versucht, mit seiner Frau (Frankie Pain) eine neue Existenz aufzubauen. Doch die wachsende Ausweglosigkeit seines gescheiterten Lebens treibt ihn zunehmend in die Ecke, bis er sich zur Wehr setzt…

Gaspar Noé skizziert eine Abfolge von Enttäuschungen und Rückschlägen, die das Alltagsdenken des hoffnungslosen Schlachters zunehmend radikalisiert, hartnäckige Feindbilder aufbaut und fiebrige Rechtfertigungsmuster in Gang setzt, mit denen er seine Gewalttaten zu entschuldigen versucht. So entsteht an seinem Beispiel der Entwurf einer unbarmherzigen Zweiklassengesellschaft, in der nur Platz für unverdiente Gewinner und ewige Verlierer bleibt, die zu tickenden Zeitbomben werden. Mit gezielt dekadrierten Einstellungen, schlagartigen Perspektivwechseln und eingestreuten Texttafeln entscheidet der Film sich für eine experimentelle Formsprache, die spätestens mit den gebetsmühlenartig vorgetragenen Monologen des Schlachters enervierende Züge annimmt. Letztlich zielt die künstlerisch eigenständige, aber auch eitle Machart allzu sehr darauf ab, die Erkenntnisschläue des Machers herauszukehren, anstatt die Ausweglosigkeit eines gesellschaftlichen Außenseiters erlebbar zu machen.

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