Review
von Vril-Mann
Nachdem er jahrelang im Knast gesessen hatte, hat ein französischer Metzger Probleme, eine neue Arbeitsstelle zu bekommen. Er lässt seine Wut schließlich an einer dicken Frau aus, mit der er zusammenwohnt, weil er sie geschwängert hat. Danach zieht er sich in ein kleines Zimmer in einem heruntergekommenen Haus zurück und wird angesichts seiner ausweglosen Situation mehr und mehr zum Menschenhasser.
Ein inhaltlich realistisch-brutales, hässliches Gesellschaftsdrama, das den Zuschauer durch seinen aggressiven Stil geradezu angreift. Fast durchgängig hört man den Hauptprotagonisten seine Hasstiraden aus dem Off sprechen und immer wieder schreckt man durch plötzliche, laute Geräusche hoch, welche die Eindringlichkeit des Films verstärken, weil sie dem Zuschauer die Bilder quasi immer wieder wütend vor den Latz hauen, damit er sich auch ja nicht ausruhen kann oder gar woanders hin schaut, als in den beklemmenden Abgrund, der sich durch den Film auftut. Das Breitbildformat lässt dabei viel Raum für nichts: Heruntergekommene Gegenden; Ereignislosigkeit auf den unschönen Straßen; Langeweile, die sich in Wut verwandelt. Ein besonders im letzten Drittel höchst intensives und verstörendes, auf gewisse Weise auch deprimierendes Filmerlebnis, das man nicht wieder vergessen kann.