Review

Zu viel Wolle geraucht – oder? 

Neuseeland – irgendwo im Nirgendwo, am Ende der Welt, da wo die Luft noch rein ist und die Gräser grün … genau da passiert das unglaubliche: Jonathan King schreibt ein Drehbuch. Keine Ahnung was er geraucht hat – muss aber derselbe Shit gewesen sein, den bereits zuvor Peter Jackson in die luft blies. Ehrlich gesagt wundert es mich doch sehr, dass die abstrusesten und gewalttätigsten Independent-Filme - gepaart mit kindlichem Humor - stets aus Neuseeland kommen.  

Nachdem uns nun fast alle Tierarten als mordgierige Wesen dargeboten wurden sind dank Jonathan King puschelige und pupsende Schafe von der Gier nach Menschenfleisch heimgesucht worden … und die sind mehr als nur "pissed".  Die Story ist gut zig Millionen Mal erzählt worden – funktioniert aber immer noch wenn ein Drehbuchautor zu keiner Zeit Ernsthaftigkeit walten lässt: Großgrundbesitzer kreiert aus purer Geldgier anhand wissenschaftlich verwerflicher Versuche ein Super-Dolly-Schaf. Ökos wollen dies mediengerecht anprangern und stibitzen eines der misslungenen Experimente. Doch Unglück – das schleimige Etwas entkommt und macht sich über Schaf und Mensch her. 

Was dann folgt ist in bester "Bad Taste" und "Braindead" Manier ein Stakkato an mehr oder weniger gelungenen Gags und heftigsten Splattereffekten - die es trotz humorigem Aspekt schwer haben werden, von der FSK Ihren Segen bekommen zu dürfen.  

Die Darstellerriege agiert höchst spielfreudig, wenn auch mitunter im Amateurbereich angesiedelt – trotz Reißbrett-Charaktere passt nicht immer das dargebotene Overacting. Die schöne Danielle Mason wird zumindest – so hoffe ich – dem Filmgeschäft noch lange treu bleiben.  Hervoruzheben ist die agile Kameraführung von Richard Bluck der bereits bei "King Kong" die Second Unit übernahm. Zurück im Independent Bereich darf er mit seinem Werkzeug spielen und verbindet schöne Landschaftsaufnahmen mit kontrastvoll bedrohlichen Schaf-Hundertschaften.   Die Effekte – ohne die der Film nicht funktionieren würde – sind im Stil den 80er Jahren entlehnt. Keine Computeranimation trügt das Bild der ekligen, schleimigen Verwandlungen, Verletzungen und Schaf-Monster. Eine hervorragendes Retro-Feeling der damaligen wegweisenden Effekt-Filme wie z.B. "Das Ding aus einer anderen Welt", "Die Fliege und "American Werewolf". Liebhaber von Handwerkskunst können frohlocken.  

Fazit: Eine hirnverbrannte Idee kann durch die Hand fähiger Filmemacher einen erfrischend und kurzweiligen Splatstick-Film hervorbringen. Wir möchten mehr Neuseeland-Shit sehen – und zwar im Kino - denn nichts geht über klatschenden Beifall und Gejohle unter Gleichgesinnten. Ein ausgezeichneter Einstieg ins Fantasy Film Festival 2007. Dafür vergebe ich 8 von 10 wolligen Mähhhhsssss !!! 

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