In der Tierhorrorwelt lief nahezu alles Amok, was ansatzweise gefährlich war – was lag da näher als bei einer Parodie genau jene Viecher zu nehmen, die ein Symbol der Harmlosigkeit sind.
Also sind es hier Schafe, vor denen nur Henry Oldfield (Nathan Meister) Angst hat – ausgerechnet Nachkomme eines australischen, tragisch zu Tode gekommenen Schaffarmers. Die Phobie ist auf ein traumatisches Kindheitserlebnis zurückzuführen (ein Seitenhieb gen „Schweigen der Lämmer“?). Jedenfalls kehrt der ausgewanderte Herny heim, um noch ein paar Sachen zu regeln und wird vom wenig geliebten Bruder gehänselt. Heimkehr in bester „Arac Attack“-Tradition, einer weiteren Tierhorrorparodie jüngeren Datums.
Gleichzeitig dringen ein paar fanatische Tierschützer in Versuchslabor ein, um die Tiere dort zu befreien, denn dort lässt Brüderchen verbesserte Schafe zusammenklonen. Auch hier unklar, ob das gewollt eine satirische Parallele zu „28 Days Later“ ist, jedenfalls lassen auch diese Tierschützer versehentlich die Hölle los. Ein mutierter Lammklon beißt einen Tierschützer nämlich und so trägt man in Windeseile eine Seuche aus, welche die Schafe zu Menschenfleisch fressenden Bestien werden lässt.
Von den blökenden Viecher gibt es leider massig und außerdem ist gerade eine massive Fete im Hause Oldfield angesagt. Natürlich ist Henry einer der wenigen, die checkt, was los ist, und muss mit Unterstützung einiger Freunde die Katastrophe abhalten...
Das klingt nach einer urlustigen Parodie, aber letzten Ende ist „Black Sheep“ weitaus zahmer als die Prämisse annehmen lässt. Absurde Situationen gibt es gelegentlich, Humor ist vor allem angesagt, wenn die Figuren mehr oder minder selbstverschuldet immer wieder vor die Mäuler der Killerschafe geraten oder die durchgeknallte Tierschutztante faselt. Weniger witziger als gedacht ist hingegen das Gehampel mit dem Mensch-Schaf-Mutanten, doch in der ersten Hälfte ist „Black Sheep“ durchaus putziges, humorvolles Entertainment.
Doch je weiter der Film fortschreitet desto unschöner bemerkt, dass sich „Black Sheep“ viel ernster nimmt als gut für ihn wäre. Gegen Ende versucht man sich beinahe auf dem Terrain von klassischem Monsterhorror und Suspense, wenn die Helden sich verschanzen, verzweifelt um ihr Leben kämpfen und dergleichen. Leider kann man den Überlebenskampf gegen die Killerschafe nicht so wirklich ernst nehmen und auch den Figuren fehlt es zuviel an Profil, als dass man wirklich mitfiebern würde – angesichts des Humormangels leider eine verpasste Chance, denn mit zunehmender Spielzeit wird „Black Sheep“ auch zunehmend uninteressanter.
Inszenatorisch ist „Black Sheep“ professioneller als z.B. der aus gleichen Gefilden stammende „Undead“, und bietet handwerklich ordentliches Gesplatter und Geschmadder. Die Monsterschafe gehen nicht zimperlich zu Werke, auch krude Kreationen wie das mutierte Schafbaby oder der Mensch-Schaf-Hybrid sind den FX-Machern recht gut gelungen. So viel gesplattert wie bei einem „Tanz der Teufel“, einem „Re-Animator“ oder einem „Braindead“ wird zwar nicht, doch insgesamt bietet „Black Sheep“ doch eine nette Effektpalette.
Bei den Darstellern handelt es sich durchweg – welch ein Wunder – um Unbekannte, die jedoch allesamt recht solide spielen. Herausragende Performances, auch in den Hauptrollen, sind da nicht zu finden, aber anderseits ging es beim Splatterfilm eh nie darum.
„Black Sheep“ ist solides Mittelmaß, denn ganz nett sind die Einfälle des Films schon, ordentlich die Inszenierung sowie die FX und halbwegs amüsant der Humor, sofern er denn auftritt. Denn leider nimmt sich „Black Sheep“ zu ernst, bei einigen Seitenhieben weiß man noch nicht mal, ob die Filmemacher sie bewusst gesetzt und für einen Spannungsfilm ist die Chose dann wieder zu abgedreht. Hätte man mehr draus machen können.