Ist es eine Parodie, oder doch ein ernster Horrorfilm ? Regisseur und Drehbuchautor Jonathan King kann sich nicht so recht entscheiden. Auf der einen Seite lässt er ein völlig harmloses Tier Amok laufen, aber gerade in der zweiten Halbzeit verwandelt sich "Black Sheep" in einen recht blutigen Monsterfilm. Nur ein paar Onliner erinnern an eine Komödie. Aber da schon die ganze Tierwelt Amok lief, musste sich King etwas Neues einfallen lassen, um nicht sofort im Einheitsbrei unter zu gehen. So wählte er das harmloseste Tier auf einer Farm. Und zwar drehen die Viecher durch, weil Angus Oldfield (Peter Feeney) an dessen DNS herumspielt. Er will das perfekte Schaf erschaffen um damit kräftig abzuräumen. Sein jüngerer Bruder Henry (Nathan Meister) hat eine Schafphobie durch ein tragisches Erlebnis in seiner Kindheit und ist gerade zu Besuch. Durch das Eindringen von Tierschützern (Oliver Driver, Danielle Mason) gelangt ein mutierter Schaffötus in die Freiheit und steckt alle anderen Schafe an. Von nun an laufen die weissen Wollknäule Amok. Ich finde es nur schade, dass diese Krankheit auf den Menschen übertragbar ist. Nach einem Biss verwandelt sich dieser in einem Schafmutanten. Ein Element welches zu blöde, zu übertrieben ist. So werden auch die Grenzen einer Parodie ausgelotet. Wie immer fehlen auch die wissenschaftlichen Erklärungen für diese Aggressivität, oder die Verwandlung am Menschen. Doch wenn man die Logik ausser Acht lässt, wird man zumindest lückenlos unterhalten. Man sitzt stets mit einem Grinsen auf dem Gesicht vor der Glotze, Spannung leider Fehlanzeige.
Man kann einfach nicht ernst nehmen, was man da sieht, auch wenn King mit einigen Splattereinlagen auffährt. Blutige Bisse, ein wenig Manscherei mit Eingeweiden, oder sonstige Blutspritzereien werden geboten. Die Goreeffekte sind auf gutem Niveau angesiedelt, doch nur in der zweiten Hälfte recht zahlreich vorhanden. Zudem hat man die mordenden Schafe gut hinbekommen, man sieht nur selten, dass es Puppen sind. Die Schafe treten dann gleich in ganzen Herden auf, ermorden ihre Opfer auch öfters nur im Off. Für die recht kurze Laufzeit ist der Bodycount annehmbar, auch machen die vielen Hetzjagden, plus Situationskomik, wirklich Laune. Es passiert ständig etwas, wirklich nervig ist nur das Shakra-Gerede von Tierschützerin Experience (Danielle Mason). Aber die Darsteller hatten sichtlich Spass bei der Verkörperung ihrer Charaktere. Man reisst am laufenden Band Witze und auch wenn man von einer Horde Schafe verfolgt wird ist man immer noch zum Scherzen aufgelegt. King weiss auch die ländliche Kulisse sehr vorteilhaft in Szene zu setzen. Mit vielen Panoramabilder zeigt er die Pracht der neuseeländischen Landwirtschaft. Doch trotz der Abgeschiedenheit leider nie unheimlich genug, um Spannung zu erzeugen.
Hoher Unterhaltungswert, hoher Spassfaktor, auch inszenatorisch sauber. Doch Spannung und Story schwächeln und der Grad zwischen Parodie und ernstem Horror ist King nicht so gut gelungen. Trotzdem einen Blick wert.