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SWEET NOVEMBER klingt nach einer herzzerreißenden Love-Story, bei dem man aufgrund der hervorragenden Besetzung von großem Schauspielkino ausgehen kann. Dass es sich dabei um eine Neuverfilmung des relativ unbekannten Films ADIEU, GELIEBTER NOVEMBER aus dem Jahre 1968 handelt wurde mir soeben erst bewusst.

Im Remake spielt Keanu Reeves den aufstrebenden, von seinem Beruf besessenen Werbefachmann Nelson, der aufgrund seiner 24-Stunden Bereitschaft kaum Privatleben führt und weitestgehend beziehungsunfähig ist. Dur Zufall lernt er bei der Führerschein-Nachprüfung die smarte, durchgeknallte Sarah (Charlize Theron) kennen. Durch sein Verschulden fliegt Sarah durch die Prüfung und ist 30 Tage ihren Fahrerlaubnis los, was sie dazu veranlasst, sich in das Leben von Nelson zu drängen. Mit ihrem flippigen Auftreten und den durchgeknallten Ideen nervt sie ihn anfangs gewaltig. Bereits nach kurzer Zeit stellt jedoch sogar der arbeitsgeile „Mr. November" fest, dass es neben Beruf auch noch ein anderes Leben gibt...

Die Rahmenbedingungen für eine zuckersüße Romanze sind geschaffen... an der Umsetzung allerdings hapert es gewaltig. Da wären zum einen das schwache Drehbuch, welches die Handlungen der Personen vor allem die 180-Grad-Wendung von Nelson in keinster Weise nachvollziehbar macht. Während die wie immer bezaubernde Charlize Theron noch das Beste aus ihrer von Krankheit gezeichneten Rolle macht, leidet Keanu Reeves' Darstellung an seinem gnadenlosen „Over-Acting", was nicht unbedingt zur Glaubwürdigkeit seines Charakters beiträgt. Die Wandlung von „seelenlosen" Yuppie zum unsterblich verliebten Hausmann gerät vollends zur oberflächlichen Farce. Wenn zu Beginn noch Rührseligkeit und Witz durchscheinen, scheitert die Inszenierung der zweiten Hälfte des Films an einem uninspirierten und unrealistischen Drehbuch, das selbst für Hollywood-Verhältnisse zu sehr mit der Brechstange ins Herz des Zuschauers vordringen möchte.
Schade... trotz rührseliger Story mag rechte Betroffenheit nicht aufkommen - Taschentücher werden selbst bei der sentimentalen Front garantiert rocken bleiben.

Satz mit X - Das war wohl Nix!
Schöne Bilder, nette Musik von Enya und Konsorten, aber inhaltlich ein Film ohne Botschaft und fernab von jeglicher Logik -brauchen wir das wirklich?

(4 / 10)

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