Zweiter und gleichzeitig bester Teil der Cannon Ninja Trilogie. Während Menahem Golan den Erstling "Enter the Ninja" noch selbst inszenierte, ließ er hier Debütant Sam Firstenberg ran. Der erledigte seine Arbeit so gut, dass er auch den dritten Teil "Die Herrschaft der Ninjas" in Szene setzen durfte. 1985 schuf Firstenberg mit "American Ninja" den besten Ninjafilm und ein Jahr später mit "Night Hunter" den besten Actionfilm seiner Filmkarriere und auch der Cannonschmiede. Drehbuchautor James Silke schrieb nicht nur das Screenplay zum dritten Teil, sondern auch für "American Ninja". Für Hauptdarsteller Sho Kosugi war dies erst der zweite Filmauftritt, er brachte es insgesamt auch nur auf zehn Filme und eine Regiearbeit, welche jedoch nie veröffentlicht wurde.
In Japan wird fast die gesamte Familie des Ninjas Cho Osaki (Sho Kosugi) abgeschlachtet. Mit seinem Kumpel Braden (Arthur Roberts), seiner Mutter (Grace Oshita) und seinem kleinen Sohn Kane geht er nach Amerika. Sechs Jahre später will er mit Braden eine Galerie eröffnen. Doch Braden schmuggelt in den seltenen Ausstellungsstücken Drogen, was der kleine Kane (Kane Kosugi) entdeckt. Auch weiss Niemand, dass Braden in Wirklichkeit ein Ninja ist, welcher mit dem Gangster Chifano (Mario Gallo) gemeinsame Sache macht. Doch Chifano kann das Geld für die Drogen nicht besorgen und Braden startet einen gnadenlosen Rachefeldzug. Aus Angst vor Cho, entführt er seinen Sohn und tötet dessen Mutter. Cho schwört daraufhin Rache.
Man sollte sich hier auf gerademal durchschnittliche Darsteller einstellen, denn Sho Kosugi hat kampftechnisch viel auf dem Kasten, aber nicht viel mehr als zwei Gesichtsausdrücke zu bieten. Sein eigener Sohn, heisst auch im wirklichen Leben Kane, verkörpert auch im Film seinen Sohn. Kane Kosugi hatte zuletzt eine Nebenrolle in dem Actionfilm "War" mit Jason Statham und Jet Li. Arthur Roberts kann aber Akzente setzen, denn er ist herrlich fies, auch wenn man ihm, wie schon Franco Nero, die Rolle des Ninjas nur bedingt abnimmt. Aber sein Gesicht ist ja stets hinter einer silbernen Maske verborgen, so konnte man ihn unbemerkt doubeln. Ein wenig lasch geht es mit der Story weiter, wobei es bei Cannon noch nie wirklich darauf ankam. Normalerweise lautet die Formel mit einem Minimum an Budget, doch dafür mit einem Maximum an Action zu glänzen, ohne dass der Film billig aussieht. Dies ist den Produzenten Yoram Globus und Menahem Golan auch gut gelungen. Ganz besonders Golan galt in den 80er Jahren als Sklaventreiber und er schmiss auch schon Jean-Claude Van Damme aus seinem Büro hinaus, doch Van Damme blieb hart und "Bloodsport" wurde eine riesen Erfolg für die Schmiede. So auch "Revenge of the Ninja"
Gerade die Action ist hier herausragend. Es gibt kaum einen Ninjafilm, in dem mit so einer Waffenvielfalt gekämpft wird. Es kommt wirklich jede Waffe zum Einsatz, auch wenn einige Geräte ein wenig zu weit hergeholt sind. Ich meine den selbstschraubenden Enterhaken, oder auch den kleinen Flammenwerfer. Trotzdem sind die Kämpfe stets hochwertig choreographiert, Kosugi erledigte natürlich alle Stunts selbst und ist auch im Ninjakostüm präsent, im Gegensatz zu Roberts. Auf jeden Fall kann sich der Actionfan auf viele Keilereien mit Faüsten, oder mit Waffen gefasst machen. Schusswaffen kommen kaum zum Einsatz, auch mit den Sachschäden hält sich Cannon hier bedeckt. Dafür fällt dieser Ninjastreifen in einige Szenen sehr heftig aus. Das anfängliche Massaker und auch einige Morde von Braden fallen ziemlich blutig aus. Nebenbei kann man sich auf einen langen Endkampf zwischen Cho und Braden freuen. Handwerklich ist alles sauber in Szene gesetzt. Passende Kulissen, natürlich ein wenig japanisch angehaucht und einen ordentlichen Score hat Bob Walsh auch zu bieten.
Starker Ninjafilm mit viel harter Action, einwandfrei und ohne Längen inszeniert. Da sieht man gerne über die Standardstory und die lahmen Darsteller hinweg. Ein Geheimtipp für den Genrefan.