Der direkte Vorgänger Ninja - Die Killermaschine wurde im Januar 1981 gedreht, er kam am 02.10.1981 in die amerikanischen Kinos und läutete zeitgleich den Startschuss für eine regelrechte Ninjafilmwelle in den frühen 80er Jahren ein. Die Werke konnten bei den Kritikern größtenteils wenig Punkte sammeln, sind aber vor allem bei B-Action und Kampfsportfans, zu denen ich mich auch zähle, sehr beliebt. Sho Kosugi, der im Erstling noch den skrupellosen Killerninja und Widersacher für Franco Nero gab, wechselt drei Jahre später in die Rückkehr der Ninja die Seiten und darf den Filmhelden, den gutherzigen Meister Ninja Cho Osaki spielen. Ninja 2 hatte seine Weltpremiere am 12.04.1984 und brachte es bei einem geschätzten Budget von ca. 700.000 Dollar auf insgesamt 13.168.027 Dollar Kinoeinspiel, ein durchaus beachtliches Ergebnis für so eine kleine Produktion.
James R. Silke, der in seinem späteren Karriereverlauf sich noch an den Skripten zu Quatermain (1985) und die Barbaren (1987) beteiligen sollte, liefert das Drehbuch samt Story um den Meisterninja Cho Osaki, der nach der Ermordung seiner Familie von Japan nach Amerika mit seinem kleinen Sohn Kane (Kane Kosugi) übersiedelt und dort einen asiatischen Puppenladen eröffnet aber von seinem Freund und Geschäftspartner Braden (Arthur Roberts) für unwissentlichen Drogenschmuggel missbraucht wird. Das sich das ein Kampfkünstler wie Osaki nicht gefallen lässt ist so sicher wie das Amen in der Kirche und die Geschichte hat eigentlich nur ein primäres Ziel: Die Präsentation eines atemberaubenden Martial-Arts Festivals, dass meiner Meinung nach auch seines Gleichen im Ninja Bereich sucht.
Das Zepter für die Inszenierung gab man einem zur damaligen Zeit noch völlig unbekannten Regisseur in die Hand, Sam Firstenberg, der mit Ninja II sein Regiedebut gab und in den nächsten Jahren noch viele weitere Streifen mit fernöstlicher Ninja Mythologie umsetzen sollte, wobei meiner Ansicht nach keiner mehr seiner folgenden Ninjafilme, weder Ninja 3 noch American Fighter, die Qualität seines Premierenwerks erreichen sollte. The revenge of the ninja bringt dem Zuschauer die japanische Kunst des Tötens abwechslungsreich und authentisch näher. Der Film besticht durch zahlreiche beeindruckend choreographierte bewaffnete (vormerklich Schwerter) und unbewaffnete Nahkampfduelle, hier schlägt das Herz eines jeden Kampfsportliebhabers höher, weil die Fights zwar rasant, aber nie unübersichtlich eingefangen wurden und auch die Darsteller in den Zweikämpfen einen exzellenten Job machen.Sho Kosugi brilliert durch seine außergewöhnliche Körperbeherrschung und sein phantastisches Zweikampftempo, er gibt eine mehr als überzeugende Figur ab und auch Hauptantagonist Arthur Roberts muss sich mit seinen Kampffähigkeiten mit Nichten verstecken, mir hat zusätzlich seine herrlich diabolische Ausstrahlung imponiert. Selbstverständlich darf man vom schauspielerischen Anspruchsdenken her hier keine Wunder erwarten, die gesamte Darstellerriege agiert aber solide und erfüllt die ihr gestellten Anforderungen aus dem Drehbuch zufriedenstellend, nicht mehr und nicht weniger.
Beispiele für besonders gelungene Momente zu finden, ist relativ schwierig, weil Firstenberg dem Publikum eine fast schon beängstigende Dichte an überwältigender Actionrealisierung anbietet, das anfängliche Ninjamassaker, die Verfolgungsjagd nach dem Überfall, Die Prügelei im Park und das Finale im bzw. auf dem Hochhaus mit dem grandiosen Endfight zwischen den beiden Ninjas - ein Höhepunkt jagd den anderen, Verschnaufpausen gibt es so gut wie keine. Ein weiterer besonderer Pluspunkt ist, dass man auf den typischen Eastern Humor anderer asiatisch angehauchter Produktionen komplett verzichtet hat, der Film ist im wahrsten Sinne des Wortes todernst, dazu passt dann auch der hohe Härtegrad mit seinem angemessenen Bodycount, die Action ist streckenweise ziemlich blutig und brutal durch überzeugende, handgemachte Effekte visualisiert.Die einzige ankreidbare Schwäche für mich ist, dass von Anfang an kein Geheimnis daraus gemacht wird, wer den nun der bösartige Killerninja ist, was nicht gerade einer erhöhten Spannungserzeugung dient. Das Publikum ist Cho Osaki immer einen Schritt voraus, hier hätte ich mir eine etwas phantasievollere und einfallsreichere Storyentwicklung gewünscht. Am Ende des Tages leistet aber dieser kleine Schönheitsfehler dem außerordentlich hohen Unterhaltungswert vom zweiten Ninja Vertreter aus dem Hause Cannon keine Abbitte, die Rückkehr der Ninja bietet furios inszenierte Martial-Arts Action mit zwei ebenbürtigen Kontrahenten und kann über die volle Distanz von 90 Minuten vollends überzeugen, für B-Action und Kampfsport Interessierte gibt es an dieser Actiongranate kein vorbei kommen, 9 von 10 Punkte.