Als ich den Film erstmalig gestern (Nikolaustag 2006) in der ARD sah, glaubte ich zuerst, dass er eine totale Katastrophe werden würde.
Enttäuscht war ich von Handkameraaufnahmen und mittelprächtigen Tonaufnahmen - hoppla, das geht doch in unserem Technik-Jahrtausend viiiel besser. Natürlich weiß ich unter welchen Umständen der Film entstanden ist, aber trotzdem ...
Nur langsam und recht träge konnte ich mich für Deutschland. Ein Sommermärchen erwärmen.
Teilweise langweilig, teilweise langatmig, teilweise wirklich gut - so könnte ein Kurz-Fazit von mir ebenfalls aussehen.
Tatsache ist, dass es gewiss ein Zeitdokument geworden ist. Ein ganzes Land war im WM-Fieber, dies verdeutlicht der Film ganz klar (wenn auch in recht knappen und wenigen Fan-Aufnahmen!).
Die Atmosphäre mit und um die Spieler ist sehr realitätstreu eingefangen - nichts wirkt hier gestellt. Alles scheint "aus dem Leben heraus" aufgenommen worden zu sein. Hier punktet der Film auf der ganzen Linie.
Die Statemants der einzelnen Akteure sind dann teilweise wieder recht simpel - wie ein Homevideo halt.
Dafür ist die Musikuntermalung der wirklich gut geschnittenen Spielszenen sehr interessant und mitreissend.
Gegen Ende des Streifens regte sich dann auch wieder in mir die Emotion, Teil eines wunderschönen WM-Fussball-Sommers gewesen zu sein.
Fazit:
Als "Erinnerer" an eine "echt geile Zeit" taugt die Filmdoku sehr gut.
Ich bezweifle allerdings stark, dass die Euphorie um die WM 2006 und auch um diesen Film noch lange anhalten wird, denn bald schon naht die EM und bis zur nächsten WM ist Wortmanns Film nur noch eine schöne Erinnerung für Nostalgiker.