Zwar bin ich eher ein Fan von Buster Keatons kurzfilmen, aber auch in dieser längeren Stummfilmkomödie, die auf wahren Begebenheiten beruhen soll, macht er eine mehr als gute Figur. Es ist vor allem der ruhige, feine Humor, der sich mit aberwitzigen Slapstick-Einlagen abwechselt, der auch den heutigen Zuschauer mit in den Bann ziehen kann.
Der Film spielt während des amerikanischen Bürgerkriegs. Im Frühjahr des Jahres 1861 werden die Bewohner einer konförderierten Kleinstadt durch die herannahenden Unions-Truppen aufgeschreckt. Auch der Lokomotivführer Johnnie Gray will sich im patriotischen Überschwang freiwillig melden, doch die Armee sieht seinen Einsatz als Führer des "Generals", seiner Lokomotive, als kriegswichtiger an. Die Ablehnung passt seiner Verlobten Annabelle überhaupt nicht, hätte sie ihn doch lieber in Uniform wiedergesehen. Es kommt zum Bruch. Buster erfüllt jedoch gewissentlich seinen Job an der Heimatfront, bis eines Tages Spione der Nordstaaten seine Lokomotive entführen. Sofort macht er sich an die Verfolgung und gerät dabei nicht nur in Feindesland, sonderrn auch in die aberwitzigsten Sitautionen.
Schließlich gelingt es ihm nicht nur seine Lokomotive zurückzuerobern, er kann sogar seine Verlobte Annabelle aus den Händen der Unionstruppen befreien, in die sie inzwischen geraten war. Erneut kommt es zu einer turbulenten Verfolgungsjagd, diesmal jedoch in die andere Richtung, zurück in die Südstaaten.
Der Film hat eine übergreifende Handlung, besteht aber immer wieder aus kleineren Episoden, in denen die Hauptfiguren in komischte Verwicklungen und Ereignisse geraten (z.B. als Buster unter dem Tisch einer Sitzung der Generäle der Unionstruppen beiwohnt und immer wieder den Beinen ausweichen muss).
Schauspielerisch bewältigen die eingesetzten Mimen ihre Aufgabe(n) recht gut. Insbesondere Buster Keaton gelingen eine Reihe waghalsigster Stunts, die eine heutige Produktionsfirma nicht mehr hätte durchgehen lassen.
Der Film enthält eine der teuersten Filmsequenzen der Stummfilmära, als Buster Keaton einen kompletten Zug (nicht ein Modell) in einen Fluss, innerhalb einer Schlucht, stürzen lässt.
Die Produktionskosten waren für die damalige Zeit enorm . Um so verwunderlicher war es, dass der Film sowohl bei den Kritikern als auch beim Publikum floppte und entsprechende Verluste einfuhr. Erst spät begann man, die hohe Qualität und den Humor des Films zu schätzen. Vielleicht ist dies aber auch der Grund dafür, dass der Film nach wie vor den Zuschauer zu fesseln versteht und zu unterhalten weiß.
Langweilig ist dieser Buster Keaton jedenfalls nicht, wenngleich, wie gesagt, mir seine kürzeren Filme besser gefallen.