Drei Männer in Militärkluft kidnappen mehrere Frauen, die sie kurz darauf an einem langen Tau angebunden durch die üppige Vegetation eines Dschungels zu ihrem Hauptquartier bringen. Dort erwartet sie bereits der Kommandeur einer Guerillaeinheit, der die entführten Damen seiner rechten Hand Isla (Nanda van Bergen) und deren beiden Aufseherinnen überantwortet. Diese haben dafür zu sorgen, daß die Gefangenen den wacker kämpfenden Guerilleros nach ihrem anstrengenden Tagwerk zur Verfügung stehen. Oberste Priorität hat dabei die Sauberkeit, weswegen erstmal alle in die Dusche müssen.
Nach einer kurzen Predigt Islas den Neuankömmlingen gegenüber wagt eine junge Blondine einen Widerspruch und wird dafür auch sogleich von der Kommandeuse (im Off) geköpft - eine Prozedur, die die anderen offenbar beeindruckt. Die hocken dann meist unbekleidet in einer Gemeinschaftszelle und harren der Dinge, die da kommen. Unter den Damen jüngeren und mittleren Alters, zu der neben zwei Prostituierten auch eine Braut gehört, erhält Letztere dann einen Sonderstatus, da sich der Kommandeur, der auf den einfallsreichen Namen Gino da Guerra hört, für sie interessiert. Nach dem obligatorischen Schäferstündchen mit dem Anführer gerät jene Angela dadurch jedoch auch ins Visier von Isla, die neben ihren sadistischen Vorlieben auch lesbische Präferenzen pflegt...
Für das erwartet handlungsarme Voyeuristen-Spektakel Frauen im Liebeslager zeichnete 1977 mal wieder Exploitation-Ikone Jess Franco verantwortlich, der hier ein weiteres Mal mit dem Schweizer Erwin C. Dietrich als Drehbuchautor zusammenarbeitete. Freunde des gepflegt sexistischen Trashs kommen hierbei wieder voll auf ihre Kosten - nicht nur, daß sich das vermeintliche Liebeslager eher als ein Gefängnis mit einigen (freilich relativ zahmen) Foltereinlagen entpuppt, dessen kameratechnischer Fokus vor allem auf Titten und Ärschen liegt, nein, auch die ganz speziellen (Fehl-)Einstellungen, Filmfolge- und Anschlußfehler, für die der spanische Vielfilmer berühmt ist, sind wieder zuhauf vorhanden und machen den Streifen zu einem ganz besonderen Sehvergnügen.
Dies beginnt schon beim Weg durch den verdächtig nach einem botanischen Garten anmutenden "Dschungel", wenn der den Trupp anführende Kämpfer eher gelangweilt mit seiner Machete auf bunte Blüten einhackt, die alles andere als im Weg stehen, es setzt sich fort, wenn der Kommandeur seine Kommandeuse instruiert, die in zwei sich mehrfach abwechselnden Perspektiven mal ihre beiden barbusigen Aufseherinnen hinter sich stehen hat, mal völlig alleine vor dem Schreibtisch sitzt (boing!), während der Anführer dann im 90-Grad-Winkel vor einem schwarz-weiß-Foto an der Wand spricht (das in der nächsten Szene völlig gerade hängt) und erreicht ihren vorläufigen Höhepunkt, als die Gefangenen in der unvermeidlichen Duschszene von jenen zwei oben-ohne-Wärterinnen beaufsichtigt werden, die in ihren engen Jeans ebenfalls ganz nass werden.
Später darf sich auch mal ein Trupp Guerilleros duschen, die ebenfalls von den beiden Aufseherinnen begleitet und zum vollständigen Duschen ermahnt werden (wtf?). Die neun vor sich hin grinsenden Freiheitskämpfer, die eher nach der Belegschaft eines Schweizer Klempnerbetriebs aussehen, aber eben so gar nicht nach südamerikanischen Guerilleros, treten dann ebenfalls à poil an und werden auf verschiedene Zimmer abkommandiert. Ja, so gings zu in Jeff Francos Mikrokosmos, pardon, natürlich im lateinamerikanischen Dschungel.
Die keinerlei Grausamkeit vermittelnden Folterszenen, zu denen eine extrem bemühte Entjungferung mit einer Reitgerte gehört (später kommt dieses Instrument der Aufseherin Isla auch bei der, äh, Auspeitschung zweier Damen zum Einsatz, wobei die eine sich das Lachen nur mit Mühe verkneifen kann, während die Reitgerte sichtlich viel zu weit weg von ihrem Rücken durch die Luft saust) werden durch einen vollkommen unpassenden, jazzlastigen Score mit einer fröhlichen Klarinette zusätzlich jeglicher Schärfe beraubt, die eigentliche Handlung folgt nicht wirklich einem roten Faden und so bleibt Frauen im Liebeslager ein typischer WIP-Streifen der Siebziger Jahre - mit der speziellen Handschrift Meister Francos.
Eine Wertung fällt naturgemäß schwer - in Punkto Trash sind es glatte 8 Punkte, für den Sleaze-Anteil gibt es die gleiche Punktzahl (obwohl Lina Romay hier nicht mitspielt), die Dialogregie bemüht sich da und dort um kausale Zusammenhänge (auf die es in einem WIP-Streifen allerdings überhaupt nicht ankommt), der Score drückt meist zielsicher stimmungsmäßig genau das Gegenteil der jeweils gezeigten Handlung aus und die Hauptdarsteller (Kommandeur Gino wie Kommandeuse Isla, deren Namen nicht zufällig jener Ilsa aus dem NS-Exploiter She Wolf of the SS ähnelt) sind leider ziemlich unsympathisch. Da man die 78 Minuten - wohlvorbereitet - jedoch als weitgehend unterhaltsam bezeichnen kann, tendiert Frauen im Liebeslager bei mir Richtung 6 Punkte.