Und wenn er nicht gestorben ist, dann labert er noch heute...
Wenn Mehrheit als schlagender Beweis für Wahrheit gilt, dann ist "Rush Hour 2" ein bombastisch guter Film. Denn allein in den USA ließ der Streifen die Kinokassen ordentlich klingeln und schaffte mühelos den Sprung zum Blockbuster, die Zuschauerzahlen seines Vorgängers konnte er mit Leichtigkeit toppen. Doch vermutlich wurde das US-Publikum durch eine phänomenale Werbekampagne ins Kino gelockt. Oder es hatte soviel - verständlichen - Gefallen an Teil eins gefunden, daß es unbedingt wissen wollte, wie die Geschichte um die beiden unterschiedlichen Cops Lee und Carter weiter geht. Mit einem Satz: Die Fortsetzung von "Rush Hour" kam zwar beim US-Publikum gut an, ist aber dennoch bemitleidenswert dürftig ausgefallen.
Daran sind vor allem zwei Dinge Schuld: Zum einen Chris Tucker, zum anderen die praktisch nicht stattfindende Story. Als quasselnder Reporter in "Das fünfte Element" konnte Tucker gefallen und auch im ersten Teil von "Rush Hour" schaffte er so gerade noch den Drahtseilakt zwischen großer Klappe á la Eddie Murphy und einer unerträglichen Nervensäge. In Teil zwei überschreitet er diese Grenze um Lichtjahre.
Die Handlung des Filmes ist schnell erzählt:
Hongkong, ein paar Tage nach Ende des ersten Teils. Detective Carter (Chris "Labertasche" Tucker) besucht seinen neuen Freund Chief Inspektor Lee (Jackie Chan). Kurze Zeit später explodiert eine Bombe in der amerikanischen Botschaft und zwei Zollfahnder, die einem Falschgeldring auf den Fersen waren, werden getötet.
Lee beginnt sofort mit den Ermittlungen, Carter schließt sich widerwillig, nervend und nölend an. Gemeinsam stoßen die beiden auf den Triaden-Boss Ricky Tan (John Lone), der - ein bißchen Effekthascherei schadet bekanntlich nie - der abtrünnige Ex-Partner von Lees im Dienst getöteten Vater war. Irgendwie führt eine heiße Spur in die USA und gemeinsam mit der Zollfahnderin Isabella (Roselyn Sanchez), stehen Lee und Carter zum Showdown in Las Vegas bereit...
"Rush Hour 2" ist ein typisches Sequel: im Fahrwasser des erfolgreichen ersten Teiles fix einen zweiten heruntergekurbelt, dann wird's der Zuschauer schon fressen. Doch das dieses Konzept nicht immer Garant für gute Unterhaltung ist, daß beweist "Rush Hour 2". Altmeister Jackie Chan gerät durch Chris Tuckers Laberorgien zunehmend ins Hintertreffen und erhält kaum Gelegenheit, seine gewohnt brillianten Akrobatik- und Handkanteneinlagen zu präsentieren. Zwar bietet "Rush Hour 2" eine Menge Action, diese wirkt jedoch knallbunt und aufgesetzt und keineswegs perfekt choreografiert, so wie man es von Meister Chan gewohnt ist. Nur in ganz wenigen Szenen blitzt das Können des Hongkong-Stars auf. Schade.
Fazit:
"Rush Hour 2" ist ein unnötiges Filmchen, über das insbesondere Jackie Chan Fans enttäuscht sein werden. Schuld daran ist vor allem Chris Tucker, der wie eine Kreuzung aus Eddie Murphy, C3PO und Didi Hallervorden wirkt.