Kurz nachdem ich mir das Sequel zu "Taxi" angesehen habe, machte ich mich auch an den zweiten Teil von "Rush Hour" und muss sagen, dass "Taxi Taxi" "Rush Hour 2" um einiges übertrifft. Das hat zwar jetzt nicht wirklich viel miteinander zu tun, aber man sieht, dass es auch bessere Fortsetzungen gibt, die man dreht, während die Menge noch über den sehr gelungenen ersten Teil staunt und redet. So war das meiner Meinung nach bei den beiden "Taxi"-Filmen. Doch bei "Rush Hour 2" fehlt einfach das gewisse Etwas. Irgendwie ist er ganz lustig und natürlich auch enorm actionbetont, kurzweilig noch dazu, aber der letzte Funke will einfach nicht überspringen. Und kein Grund liegt näher, als dass man das schon alles gewohnt ist bzw. einiges schlechter gemacht ist als noch beim ersten Teil.
James Carter (Chris Tucker) ist zu Besuch in Hongkong. Natürlich bei seinem Kumpel Lee (Jackie Chan). Dort werden in der US-Botschaft zwei Zollbeamte getötet und ein Triadenboss wird für den Vorfall verantwortlich gemacht. Bald aber stirbt dieser und den beiden ungleichen Freunden wird der Fall entzogen. Sie fliegen gemeinsam nach Los Angeles, wo sie bald in Erfahrung bringen, dass der Triadenboss doch nicht tot ist...
Wie schon gesagt, "Rush Hour 2" ist ganz sicher nicht langweilig, ganz im Gegenteil, er ist verdammt unterhaltsam. Aber eben nur unterhaltsam. Und das sind viele Filme. Innovativ ist er jedoch nicht eine Sekunde. Daher ist "Rush Hour 2" ganz schnell Durchschnittsware, die zwar neu ist, aber einem trotzdem irgendwie alt vorkommt. Als ob man ihn schon mal gesehen hat. Ich finde, man muss nicht zu jedem Film, der in den Kinos einigermaßen gut ankommt, ein oder 2, wie es ja bei "Rush Hour" ist, Sequels drehen. Gut, man könnte sich vor dem ersten Teil schon vornehmen, eine Trilogie zu inszenieren, das würde den Filmen sicher gut tun, weil man sich dann vorher schon überlegen kann, was man in die einzelnen Teile integriert. Aber nur auf Grund des kommerziellen Erfolges 2 Sequels zu drehen, find ich schwachsinnig. Zumindest im Fall von "Rush Hour". Der zweite Teil ist ja schon nicht innovativ und eigentlich wie der erste. Was erwartet uns dann erst im dritten Teil? Jeder weiß, dass das Großmaul Chris Tucker und sein Freund Jackie Chan zusammen irgendjemandem auf der Spur sind und sie nach einigen Kämpfen und Verfolgungsjagden den Bösewicht zur Strecke bringen. Klar, das ist für Actionfilme normal, aber wie das in Rush Hour 2" inszeniert worden ist, freut man sich kaum auf den dritten Teil. Da mögen manche Witze Chris Tuckers noch so lustig sein, seine ewige Fixierung auf die Frauen nervt auch nach der Zeit. Und die Kampfszenen von Jackie Chan kann man in dem Film an einer Hand abzählen. Leider. Der Film IST unterhaltsam und IST handwerklich mehr als in Ordnung, aber dennoch weiß er nicht wirklich zu überzeugen. Klingt vielleicht irgendwie unlogisch, aber Leute, denen wie mir das Gebotene in "Rush Hour 2" zu ausgelutscht ist, schließen sich mir sicher an.
Wer den ersten Teil gesehen hat, kann sich den zweiten sicher auch ansehen. Schlecht ist er auf keinen Fall. Man kann dann eben behaupten, man hat beide Teile gesehen. Aber wenn man sich zwei Mal den ersten Teil anschaut, würde das ungefähr aufs Gleiche rauskommen, nur dass man "Rush Hour 2" nicht gesehen hätte. Irgendwie ein Remake mit anderer Story. So sind die "Stirb Langsam" oder "Lethal Weapon" Filme zwar auch, aber da wird wenigstens Abwechslung geboten und sie haben etwas, das sie zu Kult macht. Und "Rush Hour" als Kult zu bezeichnen, nur weil es ein Buddy-Movie ist, in dem der eine ununterbrochen Sprüche klopft und der andere für Kampfeinlagen sorgt, ist übertrieben. Ersteres kennt man aus "Last Boy Scout" und "Bad Boys" besser und letzteres sieht man in anderen Jackie Chan Filmen viel häufiger. Es ist sicher kein Fehler, "Rush Hour 2" anzuschauen, es ist sicher kein rausgeschmissenes Geld. Nur man soll sich vorher bewusst sein, dass man eigentlich den ersten Teil etwas verändert sieht. 6/10 Punkte