Ein Jahr nach ihrem Abschluss beschließen 4 Teenager ihre Ferien gemeinsam am Michigansee zu verbringen. Da sie nicht über die nötigen Finanzen verfügen müssen sie in das Haus ihres ehemaligen Kameraden Stiffler, gespielt von Seann William Scott, ziehen, der es sich natürlich nicht nehmen lässt, die Zeit mit ihnen zu verbringen. Erneut versuchen die Teenager ihre Beziehungen zu meistern, bzw. eine neue zu beginnen.
Auch das Teenie-Genre, dass im Wochentakt niveaulose und belanglose Komödien liefert und mich bisher nur äußerst selten begeistern konnte, hat seine Juwelen und die American-Pie-Reihe wäre an dieser Stelle sicherlich zu nennen. Nachdem "American Pie" in den Kinos einen Überraschungserfolg landen konnte und überwiegend positive Kritiken abräumen konnte, war es ja nur eine Frage der Zeit, bis das Sequel erscheint, was jedoch nicht abzusehen war ist, dass der Film einigermaßen mit dem Original Schritthalten kann und das Publikum nicht maßlos enttäuscht. Die Story ist dabei leider wenig innovativ, auch wenn sie die meisten anderen Filme des Genres bei Weitem überragt. Die Gags wurden im Großen und Ganzen, wenn auch leicht abgeändert vom ersten Teil übernommen und auch die Grundhandlung um eine handvoll Teenager, die mit aller Macht Sex haben wollen, ist alles andere als neu. Die wesentlichen Elemente des Genres sind vorhanden und einmal mehr wurden die verschiedenen Beziehungen und Affären der Jugendlichen solide miteinander verknüpft und laufen mit den üblichen Höhen und Tiefen aufs Happy-End zu. Ansonsten ist die Handlung erneut relativ vorhersehbar, was bei der überaus amüsanten Umsetzung jedoch kaum stört. Die Story von "American Pie 2" bleibt hinter dem starken Vorgänger zurück, ist aber dennoch ordentlich.
Die Story ist aber sowieso nicht weiter wichtig und dient nur als Vehikel für die üblichen Gags um Sex-Spiele, Urin-Duschen und andere Peinlichkeiten, die nach dem ersten Teil erneut überaus amüsant und witzig präsentiert werden. Der Film liefert Gags am laufenden Band, vor allem da Hauptdarsteller Biggs mal wieder kein einziges Fettnäpfchen auslässt. Wer Probleme mit teilweise etwas überzogenen oder ekelhaften Fäkalhumor hat, wird vermutlich nicht auf seine Kosten kommen, aber Fans des ersten Teils werden diesen allein schon wegen Humors mögen. Das Erzähltempo ist ziemlich schnell, womit der Film an keiner Stelle harkt, auch wenn man ihm somit eine gewisse Kurzweiligkeit nicht absprechen kann. Neben den ganzen Gags kann durch den Einsatz stimmungsvoller und moderner Musik und durch die eine oder andere emotionale Stelle auch Dramatik aufgebaut werden, die beim Happy End überaus geschickt entladen wird. Darüber hinaus wurde der Drehort diesmal an einen Traumstrand am Michigansee verlegt, der eine überaus gelungene Kulisse für den Film darstellt. Wie schon beim ersten Teil verzichtet auch Regisseur James B. Rogers, der mit diesem Film die Nachfolge von Paul Weitz antritt und ein gelungenes Regie-Debüt liefert, nicht auf überaus freizügige Darstellungen der Figuren im Film. Nach "American Pie 2" lieferte Rogers dann leider nur noch schwache Komödien, wie "Ohne Worte" oder "See Arnold Run".
Jason Biggs ist hier ein zweites Mal in seiner Paraderolle als ungeschickter Teenager zu sehen und meistert diese Rolle erneut überaus lustig und überzeugend. Mit seiner liebenswerten Art ist und bleibt er die bestmögliche Besetzung für seine Rolle und hat sichtlich gute Laune. Schade, dass er neben der American-Pie-Reihe nur in eher unglücklichen Rollen in überaus unerfreulichen Filmen wie "Blind Wedding" oder "Anything else" zu sehen ist. Sean William Scott kann ebenfalls in seiner Paraderolle als unsympathischer Macho brillieren und fühlt sich auch in dieser Teenie-Komödie sichtlich wohl. Eugene Levy, der als einziger Darsteller nicht die Geistesgegenwart besaß, spätestens nach dem vierten Teil der Reihe vom sinkenden Schiff "American Pie" abzuspringen, spielt als verständnisvoller Vater ebenfalls überzeugend. Chris Klein, der sichtlich gelangweilt wirkt und nicht die gute Laune seiner Kollegen ausstrahlt, ist der Schwachpunkt im Cast und spielte glücklicherweise nicht im dritten Teil der Reihe mit, der meiner Meinung nach der beste ist.
Fazit:
Mit dem üblichen Teenie-Fäkal-Humor, einer ordentlichen und sichtlich gut gelaunten Besetzung, einer unterhaltsamen und amüsanten Umsetzung und einem Ansatz von Dramatik gehört "American Pie 2"damit neben dem ersten und dem dritten Teil der Reihe zu den besten Teenie-Komödien überhaupt und ist nicht nur für Fans des Genres empfehlenswert.
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