Expertenteams von Sprachwissenschaftlern müssen monatelang gebastelt und gewerkelt haben, um diesem Film eine deutsche Vertonung zu verpassen, die sich "After Death" und "Der Teufel tanzt weiter" als ebenbürtig erweist! ...und sie waren erfolgreich.
Im Jahre 1291 werden sieben Mönche hingerichtet. Ihre Seelen werden 700 Jahre keine Ruhe finden, bis sieben Ketzer, ihrer statt, das zeitliche gesegnet haben (s-i-e-b-e-n!) Soweit so unlogisch. Ein Team von vier Hobby-Wissenschaftlern in Begleitung von zwei Hobby-Forschern macht sich nun auf den Weg in eine unterirdische Höhle, um das Wohlbefinden eines Hobby-Eremiten (4+2+1=??) zu kontrollieren. Bis hier kein Grund zur Beunruhigung, wenn, ja wenn wir nicht das Jahr 1991 schrieben. Alles, was diese verdammten Seelen finden werden....ist der Tod!! Beim Finale hat sich Regisseur Lenzi dann ganz offensichtlich von seinem eigenem Film "Großangriff der Zombies" inspirieren lassen.
Zwei Szenen haben mich, neben der fantastischen Synchro (die sei hier nochmals ausdrücklich gepriesen) besonders begeistert und eine gesonderte Erwähnung verdient, obgleich ich sie aufgrund fehlender Mittel natürlich nur in unzureichender Weise wiederzugeben vermag.
Die erste Szene hofiert Auge und Ohr des Betrachters mit unbefleckter Direktheit. Wenn der, nach einem 2 Sekunden-Blick auf das eingeklemmte Bein eine komplizierte Schienenbein-Fraktur Diagnostizierende, als Behandlungsmethode Amputation empfiehlt, dann jubelt das Trash-Herz aber ganz sicher nicht der Patient.
Als dann später im Film den noch Lebenden nach Studium einer erhellenden Schrifttafel auffällt, dass sie genau sieben waren, erörtert man weshalb ihnen der Begriff 'Ketzer' gebührt. Der Ehrenrabbiner der jüdischen Gemeinde von Livorno (!) stellt dann über zwei bereits Tote fest: "Sie waren Zeugen Jehovas" und als Bekräftigung seiner Erkenntnis "...sie haben mir noch den Wachturm mitgegeben!" Wie man auch Buttgereits "Schramm" entnehmen kann, haben Zeugen Jehovas in Horrorfilmen keine guten Karten. Dort wird die Frage:"Haben Sie schon einmal über Gott nachgedacht?" mit Totschlag erwiedert.
Ich persönlich würde sogar noch weiter gehen als Christian Keßler, der in "Das Wilde Auge" 6 Sleazepunkte vergab und tendiere zu 8 Sleazepunkten.