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777 - Die Rache der 7 ketzerischen Katakombenmönche.

4 Höhlenforscher haben einen Kollegen in die Höhlensysteme unter einer Abtei gesteckt um zu testen, wie sich seine Psyche in vollkommener Isolation und Einsamkeit, in dem dunklen Umfeld der Katakomben verändert. Doch am Tag 78 kommt es zu Turbulenzen, denn Maurizio, der in den Katakomben des alten Klostergemäuers steckt bekommt Visionen von 7 irren Mönchen, die wegen Ketzerei im Jahre 1291 dort verdammt wurden und plötzlich auferstehen. Die 4 Forscher und 2 Archäologen begeben sich in die Tunnelsysteme und werden auch schon bald mit dem Fluch konfrontriert, denn nach 700 Jahren scheinen, die 7 Mönche auferstanden zu sein, mit dem Willen 7 weitere Ketzer mit 7 Stichen zu töten.

Umberto Lenzis Spätfilm Gates of Hell gehört wie viele Horrorfilme dieser Schaffensphase Ende der 80er zu jenen Filmen, die vor allem unter einem leiden. Wie auch Fulcis Rohrkrepierer Ende der 80er, sind auch Lenzis Filme, der mit schundigen Meisterwerken wie Mondo Cannibale, Großangriff der Zombies oder dutzenden Abenteuerfilmen zu den besten Regisseuren dieses Kapitels gehörte, allerhöchstens billig inszenierter Schrott, auf der Suche nach dem letzten noch so zu kriegenden Geld.

Und wer in der Inhaltsangabe zu viele 7 (sieben!!!) lesen musste und nur herzlich drüber lachen konnte, der wird und will auch freilich nicht nach Logik in diesem mit Religionsmumpitz und Übernatürlichen überhäuften Geisterbahnhorror suchen. Die Erwartungen sind bei solchen Filmen gewiss ohnehin gegen Null tendierend, denn italenische Filme dieser Schaffensphase zeugten nicht gerade von Innovation oder überragender Inszenierung.

Man denke da bloss an billig abgedrehte und schäbige Filme wie Demonia (1990), der mit seinen gekreuzigten Nonnen in den Klosterruinen fast schon den selben Weg geht. Und dennoch ist Gates of Hell, (nein, das hier ist nicht der am Glockenseil) zumindest anfänglich absolut unterhaltend, denn sogar excellent charmant anzusehen. Da kann man aufgrund der absolut geil anzusehenden Katakomben fast schon über die lächerliche Synchro und schäbigen darstellen hinweg sehen, denn die dunklen und verwinkelten vor Dunkelheit triefenden Gänge der Krypta vollbehangen mit reichlich toten Körpern, Skeletten und reichlich Marden geben ein absolut geiles Bild ab, eben so, wie man es von einem schundigen Horrorfilm erwartet.

Ein wütender Score mit Mönchsgesängen schräge Töne und die Spannung kocht empor. Doch leider, nach guten 30 Minuten und 2 billigen Morden, die zwar dennoch irgendwo blutig sind, aber wenig spektakulär, versinkt der Film in einer recht trashigen und vorallem geschwätzigen Runde mit reichlich Hin und Her an Emotionen und Tiefgründigkeit in den hirnlosen Gesprächen über Gott, Flüche und die bösen bösen Mönche. Was auf der Strecke bleibt ist dabei die Spannung und selbst die schönen Kulissen nutzen sich bei soviel Drehbuchdilletantismus erheblich ab, was insofern schade ist, denn von der Ausgangssituation bietet der Film erheblich viel Potenzial gegenüber einer Angst, die begründet ist.

Und auch aus den Psychespielchen an dem Versuchskaninchen hätte man mehr machen können, anstatt sich bloss auf diesen Fluch der 7 Mönche zu fixieren, die doch dann recht unspektakulär morden. 7 Mönche, manchmal auch 7 Vogelspinnen (hier eine schöne Huldigung an Altmeister Lucio Fulci aus seinem The Beyond), die mit 7 Stichen, nach 700 Jahren 7 schuldige Ketzer töten.

Da mag der Mittelteil erheblich belanglos und einschläfernder Fuppes sein, wie er will, klar, er zieht den Gesamteindruck mächtig nach unten, dafür gehts im Finale dann wieder rund, denn wenn man glaubt, nach der simplen Fluchbeendigung alles hinter sich zu haben, bietet sich einem ein Bild, dass man so auch gerne ähnlich in Rückkehr der Zombies von Andrea Bianchi oder Riffs 3 kennt. Das Unerwartete und untote Kuttenträger mit Messer haben da schon ihren Reiz, egal wie dämlich die agierenden Darsteller auch schauen.

Aber damit nicht genug, macht Gates of Hell in seinen letzten Minuten noch auf Großangriff der Zombies. Umberto Lenzi zitiert sich selbst. Einerseits schön, auf der anderen Seite aber abermals ein Beweis für die Einfältigkeit dieser Schaffensphase und der Niedergang des sleazigen Italohorrors. Trash mit Substanz, splattrig wirds aber selten.

Fazit:
In Ansätzen wunderbar atmosphärischer Schundhorror mit Billiginszenierung und einem recht guten Drehbuch in wunderschön schauriger Kulisse, was sich aber allzu sehr abnutzt. Guter Anfang, träger Mittelteil und dolles Ende. Deswegen und mit gutem Willen eine 7. Oder, was? Wurde ich irgendwie beeinflusst?

Ne, 7, echt jetzt!

72%

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