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Kurz nach dem Laura Gemser erstmals als Black Emanuelle in Erscheinung getreten war, entstand dieser relativ unbekannte Erotikstreifen, um einen drogensüchtigen Mann, der auf einer einsamen Karibikinsel strandet und eine dort lebende Familie entdeckt, welche sich inzestuösen Liebesspielen hingibt.

Die durch die internationalen Titel suggerierte Verbindung, zu der damals weltweit populären Sexfilm-Reihe rund um die Figur der Emanuelle, offenbart sich jedoch ziemlich zügig als Etikettenschwindel und ist einzig auf die Tatsache zurückzuführen, dass besagte Frau Gemser auch hier die weibliche Hauptrolle spielt und der Verleih wohl hoffte, durch entsprechende Namensnennung ein paar Märkerchen mehr abgreifen zu können.
Inhaltlich jedenfalls hat das alles nichts mit den anderen Streifen der Serie zu tun, außer dass die gute Laura eben öfters mal nackt durch die Gegend läuft, wenngleich doch spürbar zurückhaltender als sonst. Alles in allem ist die ganze Chose eh erstaunlich zahm geraten. Die Sexszenen bestehen eigentlich nur aus Kuscheln und der Aspekt der Inzucht wirkt vereinzelt lächerlich naiv, wenn sich beispielsweise die Geschwister gegenseitig fragen, ob sie wieder ihr „Spiel spielen" wollen und dabei kichern wie die Kleinkinder. So ist mir dann auch ziemlich Schleierhaft, warum ganze drei Autoren an diesem absoluten Nichts von einem Drehbuch herumschreiben durften, angesichts einer Handlung, die auch ein 10-Jähriger mit etwas Phantasie an einem halben Tag zu Papier bringen könnte.
Die Grundidee hat einen längeren Bart als Arthur Kennedys Charakter, der Sex bewegt sich auf Vorabendserien-Niveau und der Versuch über Off-Kommentare der Hauptfigur, ein wenig Kritik an der modernen Konsumgesellschaft zu üben, ist einfach nur dreist, wenn der Film gleichzeitig durch das plumpe Zeigen von Brüsten in Großaufnahme Geld verdienen will. Einziges Highlight, wenn man es denn so nennen will, ist die abzusehende finale Konfrontation, bei der wenigstens kurzzeitig so etwas wie Spannung aufkommt, die aber leider recht schnell und etwas abstrus beendet wird.

So bleibt unter dem Strich nur ein banales Abentuerfilmchen, mit einigen schönen Landschaftsaufnahmen und ganz netter Musik. Wirklich böse kann man dem Streifen zwar nie werden, aber auch für Italo-Fans ist außer Gemser und Kennedy kaum etwas dabei. Genre-Interessierte können der Vollständigkeit halber aber trotzdem einmal einen Blick riskieren, sollten allerdings nicht allzu viele Erwartungen haben. Tabus werden hier nämlich nicht mal ansatzweise gebrochen. (3/10)

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