"Amores Perros" wird in drei Kurzgeschichten erzählt, die alle bei einem schweren Autounfall zusammenlaufen. Der Schauplatz ist Mexico City. Los geht es mit der Geschichte von Octavio, der mit seinem Hund Kofi an brutalen Tierkämpfen teilnimmt, um dann mit der Freundin seines kriminellen Bruders abzuhauen. Die zweite Episode handelt von dem Verleger Daniel, der seine Frau und seine zwei Töchter verläßt, um mit Topmodel Valeria und ihrem Hund Richie zusammenzusein. Die dritte Geschichte behandelt das Dasein eines früheren Revolutionärs, der für seine alten Ideale seine Familie aufgegeben hat. Inzwischen zum Penner geworden, verübt er von Zeit zu Zeit Auftragsmorde.
"Besser als Pulp Ficiton" sollte "Amores Perros" sein, wenn man den Kritiken auf der Hülle glauben schenken will. Nach dem Genuß dieses Meisterwerkes dürfte allerdings klar sein, daß der Film außer den drei separat präsentierten Handlungssträngen, die geschickt miteinander verwoben wurden absolut gar nichts mit Tarantinos Überhit zu tun hat. "Amores Perros" ist ernst, ergreifend und authentisch, ja fast schon beängstigend realistisch. Beleuchtet werden Schicksale aus ganz unterschiedlichen Bevölkerungsschichten, von Jugendlichen im Armenviertel, über Obdachlose, bis hin zu Leuten der High Society. Dabei nimmt einen jede der Geschichten gleichermaßen gefangen. Es verbinden sich ein toller Soundtrack mit einem guten Drehbuch und vor allen Dingen überragenden Schauspielern. Zudem ist "Amores Perros" einer der wenigen Filme, die bei einer Länge von ca. 148 Minuten nicht eine Sekunde langweilig werden. Ganz im Gegenteil, es hätte sogar noch eine Stunde so weitergehen können.
Vor allen Dingen die Charakterdarstellungen sind extrem gelungen. Hier gibt es keine möchtegern durchgeknallten Kleinkriminellen, die krampfhaft versuchen, originell zu wirken, wie es leider bei vielen der Tarantino - Ableger an der Tagesordnung ist. "Amores Perros" beleuchtet durchweg das Leben von Personen, die einem völlig unsympathisch sind und deren Schicksale den Zuschauer trotzdem berühren und mitnehmen. Alle scheitern sie auf irgend eine Art im Leben, müssen sich neu orientieren und mit ihrer Situation abfinden. Dabei spielen die Schauspieler dermaßen überzeugend, daß man meinen könnte, sie hätten die Schicksale ihrer Figuren selbst erlebt.
Durch eben diese entwickelt "Amores Perros" seine unglaubliche Intensität und wird zu einem cineastischen Feuerwerk sondergleichen.
Tierliebhaber könnten sich allerdings an den extrem heftig präsentierten Hundekämpfen stören. Überhaupt ist "Amores Perros" gnadenlos in seiner visuellen Darstellung, was dem Film jedoch ein noch höheres Maß an Authenzität verleiht.
Unterm Strich ergibt das ein wahres Meisterwerk. Ansehen ist absolute Pflicht.
10/10 Punkte