Review

kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 31.05.2007

Was ist Liebe? "Amores Perros" gibt darauf eine so breitgefächerte Antwort, dass sich gewöhnliche Liebesfilme eigentlich in Grund und Boden schämen müssten wegen mutwilliger Banalisierung. Liebe als Schmerz, Liebe als Begehren, Liebe als Kompromiss, Liebe als Hass, Wut, Zerstörung, gegenseitige Abhängigkeit, Vertrauen, Abwehr und manchmal als einfacher physischer Kontakt.

Derer stellt Alejandro González Iñárritu unzählige her, bringt ein Model, einen Hundehalter und die Freundin seines Bruders sowie einen alten Auftragsmörder, der mit seinen wilden Hunden durch die Straßen zieht, in einen direkten Zusammenhang, lässt ihre Wege sich kreuzen. Im Ergebnis fällt das nicht ganz so verwoben aus wie in "21 Gramm", ist aber noch einmal konsequenter, bodenständiger erzählt, geht die ganze Kraft der Betrachtung darauf hinaus, ein abstraktes Konzept zu definieren, das es im Film in keiner einzigen Szene so zu sehen gibt, wie wir es spontan erklären würden. Und dennoch ist jede einzelne Szene gespickt mit Liebe - sie ist nur nicht ganz das, was man im herkömmlichen Sinne darunter verstehen würde.

*weitere Informationen: siehe Profil

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