Review

Die Hose noch staubig vom vielen Knien, möchte ich mal ein Fenster aufreißen, um frische Luft reinzulassen. Während die Lynch-Jünger ihrem Meister weiter hinterher pilgern.

Vorsicht, Kunst ! David Lynch - Kunst - 10 Punkte. So oder so ähnlich sieht der Automatismus wohl aus. Ging mir ja nicht anders - MULLHOLLAND DRIVE (MD) - 10 Punkte. Nur als Beispiel. Und alles was einem zu MD so einfällt, kann man hier dann per copy & paste reinkippen - paßt schon irgendwie. Man verliert in ellenlangen drei Stunden irgendwann den Faden, läßt sich nur noch von der Bilderflut plattmachen, aber das alles ist ja herrlich verstörend, inspirierend, dekonstruktivistisch - Kunst eben.

Aber vielleicht ist es hier wie bei Hape Kerkelings HURZ - mir fehlt der intellektuelle Zugang zum neuesten Lynchen "Meisterwerk". Oder vielleicht muß ich mir das 3-Stunden-Epos auch einfach nur noch ca. 600mal anschauen, am besten noch ein Filmprotokoll erstellend, um dann puzzlend dem Genius näherzukommen. Ich wage mal die These, dass ich dann so "schlau als wie zuvor" wäre, aber das ist nicht das Problem.

Auch nicht Lynchs seltsame PR-Strategien. Nein, ich erdreiste mich mal, hier einfach die Frage nach dem Mehrwert dieser Kunst zu fragen - was bekomme ich für Zeit (und Geld, aber drauf geschissen). Selbstzitate, Querverweise innerhalb des eigenen Werks und jede Menge Konfusion und Blenderei. Aber wie schon gesagt, wahrscheinlich fehlt mir der intellektuelle Zugang.

So sehr ich einige Lynch-Filme schätze, mit INLAND EMPIRE trägt der Maestro m.E. einfach nur noch zu fett auf und wiederholt sich selbst (erinnert ein wenig an die jüngsten Texte Houellebecqs - welch ketzerischer Vergleich).

Ich wünsche allen Jüngern viel Spaß beim Pilgern und Puzzeln, ich für meinen Teil habe keinen Bock auf staubige Hosen. INLAND EMPIRE - ein einziger, riesiger Mummenschanz - dann doch lieber gleich auf den Rummelplatz gehen.

5/10

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