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Laura Dern spielt eine ehemals bekannte Darstellerin, die zusammen mit einem männlichen Kollegen, gespielt von Justin Theroux eine Hauptrolle in einem neuen Projekt übernimmt. Kurz vor Drehstart erzählt der Regisseur des Films, gespielt von Jeremy Irons, den beiden, dass es sich um ein Remake handelt, wobei das Original nie komplett realisiert wurde, weil beide Hauptdarsteller unter mysteriösen Umständen verstarben. Mit Beginn des Drehs kommt es zu einer Liebesbeziehung zwischen den beiden Darstellern, woraufhin die Grenzen zwischen Traum und Realität, zwischen der eigenen Identität und der der beiden ursprünglichen Darsteller schließlich für die beiden verschwimmen.

David Lynch hatte einmal die Idee, Filme zu kreieren, die jenseits aller Logik verliefen, in denen sich Charaktere in anderen Charakteren, in ihrem Unterbewusstsein, in anderen Realitäten, in Träumen verloren. Und sowohl Kritiker als auch ein beträchtlicher Anteil der Zuschauer wussten Lynchs Werke, von denen besonders "Lost Highway" und "Mulholland Drive" zu nennen wären, zu schätzen, obwohl er immer nur Fragen und Widersprüche lieferte, Antworten und Zusammenhänge jedoch schuldig blieb. Und auch "Inland Empire" ist als Reise ins menschliche Unterbewusstsein, in dem Realität und Fiktion verschwimmen, angelegt und hat mich, wie die übrigen Lynch-Filme, nicht einmal im Ansatz überzeugt.

Dabei gibt es im Grunde nichts Neues zu vermelden. Auch dieser Lynch beginnt langsam und ist von Anfang an bemüht, mit ein paar unheimlichen Klängen und diversen Andeutungen und Anspielungen auf das, was noch kommt, eine düstere Atmosphäre zu kreieren, woraufhin schließlich erste Fragen aufgeworfen werden und erste rational nicht erklärbare Ereignisse auftreten. Diese häufen sich dann zunehmend, sorgen für ein hohes Maß an Verwirrung, beginnen ein Puzzle zu spinnen, zu dem man als Zuschauer jedoch nicht den geringsten Bezug hat und schließlich verliert sich das ganze in scheinbar wahllos aneinandergereihten Szenen, die mysteriös und geheimnisvoll wirken sollen, bis das Konzept schließlich endgültig gähnende Langweile hervorruft und die immergleichen Töne und Bilder zu nerven beginnen.

Lediglich eine Neuerung hat "Inland Empire" den übrigen, vorangegangenen Lynch-Filmen gegenüber: Die opulente Lauflänge von knapp drei Stunden. Damit langweilt der Film noch länger, wird für den, der das Ganze dann doch bis zum bitteren Ende ertragen will, fast schon zur Zerreißprobe und belohnt den, der durchgehalten hat, am Ende auch nicht mit einer halbwegs intelligenten Auflösung, da Lynch seinem ach so genialen Konzept scheinbar unter keinen Umständen untreu werden will.

Die Darsteller können gegen die gähnende Langeweile dann im Endeffekt auch nichts mehr ausrichten, wobei man im Grunde keinem von ihnen einen Vorwurf machen kann. Laura Dern zeigt eine ordentliche Leistung und ist als ehemaliger Star, der nun sein Comeback plant recht gut besetzt, während es auch am charismatischen Justin Theroux wenig zu bemängeln gibt. Die wenigen Auftritte des etwas undurchsichtigen und enorm charismatischen Jeremy Irons sind derweil die einzigen kleinen Höhepunkte, die der miese Film zu bieten hat.

Fazit:
Machart, Charaktere und Handlung entsprechen 1:1 den vorangegangenen Kultfilmen Lynchs, nur, dass die wirre und gähnend langweilige Ansammlung von mutwillig aneinandergereihten Szenen diesmal über fast drei Stunden langsam und behäbig auf ihr Ende zuläuft, das keine einzige der aufgeworfenen Fragen aufzulösen vermag. Für die Fans des Regisseurs lieblose, aber stilgetreue Ware, ansonsten praktisch unzumutbar.

15%

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