Inhalt: Ein verrückter Wissenschaftler erfindet eine Droge, die das Böse im Menschen von ihm trennt und sich zu einer eigenen Lebensform materialisiert.
Der gute Charles Luis Nizet, der uns bereits die großartigen Trash-Klassiker Bestie der Wollust und Insel der grausamen Mädchen bescherte, schuf mit Help Me... I'm Possessed! seinen zweiten Horrorfilm und damit eine wahre Trash-Granate, die mit allen Versatzstücken des klassischen und billigen Horrorkinos der 50er und 60er Jahre ausgestattet ist; allerdings in minimalster Form. - Sein erster Horrorfilm Voodoo Heartbeat ist anscheinend weltweit verschollen und wird in Fankreisen verzweifelt gesucht. Auch Possessed ist ziemlich selten und in der Regel nur noch als Bootleg zu erhalten. Dabei ist dieser Film Vergnügen pur.
Da ist zunächst der mad scientist auf seinem Schloß Blackwood Castle (Edgar Wallace läßt grüßen!). Das Schloß liegt allerdings nicht im schottischen Moor, sondern mitten in der Wüste von Nevada (Nizet drehte alle seine Filme in Nevada). Der Doktor hat nicht nur eine hübsche Frau, sondern auch eine Schwester; ein geistig zurückgebliebenes Mädchen namens Melody. Auch ein buckliges Faktotum namens Carl darf nicht fehlen. Der Bucklige wird grandios schlecht gespielt von Pierre Agostino, dem Dynamit-Killer aus Bestie der Wollust. In der unterirdischen Folterkammer peitscht und verstümmelt Carl reihenweise hübsche Bikini-Girls, die wohl Patientinnen des verrückten Arztes sein sollen. Auch der Doktor selbst erweist sich als skrupelloser Sadist. Er brennt seinem Fahrer Ernest ein Auge aus und köpft seinen Patienten Zolak mittels einer Guillotine, nachdem dieser zuvor auszubrechen versuchte und dabei Carl ermordet hat. - Wer allerdings jetzt eine Splatter-Orgie erwartet, dürfte eher enttäuscht sein. Die Morde finden (wohl auch aus Kostengründen) zumeist im Off statt.
Neben der Folterkammer befindet sich das Labor, bestehend aus drei Tischen und ein paar Reagenzgläsern mit verschiedenfarbigen Flüssigkeiten. Hinter einer Stahltür ist dann noch eine Art Grotte, die direkt in die Wüste führt. In ihr haust das von Dr. Blackwood geschaffene materialisierte Böse in Form eines Monsters mit blitzartigen roten Tentakeln.
Alles ist absolut dürftig in Szene gesetzt und erinnert sehr an die Werke von H.G.Lewis, die allerdings weitaus blutrünstiger sind. Auch ist dieser Streifen im gegensatz zu anderen Filmen von Nizet vollkommen sexfrei.
Die Schauspieler in Possessed sind allesamt unbekannte Knallchargen, die ihren Part ziemlich statisch und talentfrei abliefern. Besonders Bill Greer als Dr. Blackwood nimmt man die Rolle einfach nicht ab. Auffällig sind bei ihm und den meisten anderen allenfalls die schlecht sitzenden Perücken.
Die Story ist an den Haaren herbeigezogener Blödsinn weit unterhalb des Niveaus der Schlock-Monster-B-Pictures der 50er Jahre.
Trotzdem, der Film macht Spaß. Ein idealer Party-Knüller für Trash-Fans. Also - Chips und Popcorn raus, alle hohen Ansprüche vergessen und geniessen.
Der Film würde auch durchaus in das zur Zeit bei Arte zelebrierte Trashfilmprogramm passen.
In Deutschland ist dieser Film allerdings nie erschienen. Weder im Kino noch auf Video. - Dafür wurde er wohl rund fünf Jahre zu spät gedreht.