Review

kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 03.04.2007

Proto-Klassiker aus dem Bereich "Portrait eines Killers" im minimalistischen Gewand, der spätere Genreklassiker wie "Leon - der Profi" wesentlich mit beeinflusst haben dürfte. In ruhigen Bildern mit langen Einstellungen und wenig Dialog inszeniert Jean-Pierre Melville das Charakterprofil einer Person, deren menschliche Eigenschaften hinter einer Maske der Professionalität vollkommen versinken.

Es kommt dabei zum Spiel mit dem Identifikationsmechanismus, denn in keinem Fall stellt Alain Delon als humorloser Mann im kargen Mantel und mit geisterhaftem Gesicht eine sympathische Figur dar, und doch verfallen ihm viele der Antagonisten zumindest soweit, dass für ihn Gesetze gebrochen werden. Ähnlich angewidert von der Kaltblütigkeit des Mannes, und doch zugleich fasziniert von ihr steht der Zuschauer zur Hauptfigur, unterstützt sie und kann sich nicht einmal erklären, warum.

Heute hat der Film sicher einiges an Staub angesetzt, was die trockene Inszenierung sicher nicht aushebeln kann, aber doch ist die cineastische Bedeutung unverkennbar.

*weitere Informationen: siehe Profil

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