Wenn ich gefragt werde, was der beste Horrorfilm aller Zeiten ist, würde ich vermutlich diesen hier benennen. Auch Stephen King sagte irgendwann einmal, er zähle diesen Film zu den besten Horrorfilmen aller Zeiten. Und auch die Wiederaufführung auf dem Oldenburger Filmfest, sowie ein jüngst entstandener Dokumentarfilm über die Entstehung des Films zeigen, dass dieser Film zu den modernen Klassikern des Genres zählt. Dabei ist der Film eigentlich kein klassischer Horrorfilm, sondern eine Art mystischer Krimi mit Horror-Elementen.
Noch mal kurz zur Handlung: Ein Bauunternehmer wird mit Frau und Chauffeur ermordet aufgefunden. Die Ermittlungen führen zwei Cops zunächst in die Native American Szene, dann aber kommen sie auf die Spur intelligenter Wölfe, die ihren natürlichen Lebensraum, die zerfallenen Slums der Stadt, bedroht sehen. Parallel dazu begleitet der Zuschauer die Wölfe durch deren Augen auf ihren Pfaden durch die Stadt.
"Wolfen" ist viel mehr als nur triviale Spannung. Hier wird schon sehr früh auf das Thema Gentrifizierung hingewiesen, welches gesellschaftlich erst Jahrzehnte später relevant geworden ist. Dazu noch Anklage gegen ein unmenschliches Sozialsystem. Auch indianische Mythen und ökologische Themen werden angerissen.
Was den Film aber zu einem solchen Spoannungsmonster macht, ist die ungeheure düstere Atmosphäre des Films. Der geniale Score, verbunden mit den Bildern des Verfalls und die besondere Optik, wenn aus den Augen des Wolfes gesehen wird. Bis heute bekomme ich Gänsehaut, wenn das symbolträchtige Bild der verfallenen Kirche eingeblendet wird und dazu die geniale Musik läuft. Oder auch Tom Noonan nachts im Central Park, der merkt, das ih etwas erfolgt. Unfassbar spannend und einfach geil gemacht. Unheimlich, unheilvoll und mit einer packenden Geschichte.
Krass guter Film eines Regisseurs, der zuvor nur einen Dokumentarfilm (Woodstock) gedreht hatte und auch danach nicht mehr als Regisseur in Erscheinung getreten ist.