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Als die böse Malefiz nicht zur Geburt der königlichen Tochter Aurora eingeladen wird, verflucht sie diese.
Sticht sich Aurora vor ihrem 16. Geburtstag an einem Spinnrad, stirbt sie. Eine gute Fee wandelt den Fluch aber in einen hundertjährigen Schlaf um, der durch den Kuss eines Prinzen unterbrochen werden kann.
Sofort werden alle Spinnräder im Königreich vernichtet und Aurora wächst heimlich bei drei Feen im Wald als "Röschen" auf. Kurz vor ihrem 16. Geburtstag passiert aber das Unglück und sie sticht sich an einem Spinnrad, doch der Prinz ist schon auf dem Weg zur Rettung.
Die Disney Studios hatten sich erneut einem Stoff aus der Märchenwelt angenommen und hier einiges an Aufwand betrieben. Gedreht im extrabreiten Technirama 70 Format, beeindruckt das Gezeigt dadurch nachdrücklich und verleiht dem Film eine monumentale Optik.
Dazu wurden die Hintergründe und viele Figuren eher kantig als rund/weich gezeichnet, was dem Film einen ganz eigenen Look verleiht. Die Hintergründe sind ein Mix aus recht simpel und stilisiert gezeichneten Objekten, gemixt mit dem genauen Gegenteil: Unglaublich detaillierten Objekte.
Die Figuren sind über jeden Zweifel grandios animiert, Disneyniveau eben! Als "Sidekicks" gibt es hier keine plappernden, bzw. witzigen Tiere, sondern drei Feen, die Aurora aufziehen (was zu diverser Situationskomik führt, denn die drei Damen haben ihre Zauberstäbe für besagte 16 Jahre an den Nagel gehängt).
Als Gegenpart gibt es die durch und durch böse Malefiz, mit ihrem von grünem Nebel verhangenem Schloss (sehr "schön" in Szene gesetzt).
Hier sieht man auch einige Parallelen zum Film Shreck (das Schloss von Malefiz, Malefiz als Drache und das Gesangsduett mit Aurora und einem Vogel...)
Neben der gelungenen Kameraarbeit und der allgemein optischen Wucht, besticht der Film durch seine Musik, die an Tschaikowsky angelegt ist und ab und an durch Gesang ergänzt wird (allerdings dezent, nicht ganz so oft und nervig, wie in vielen neueren Disney Filmen).
Hier haben wir einen der letzten, wenn nicht den letzten klassischen Disney-Märchenfilm, der voll überzeugen kann (wenn auch die Literaturvorlage an diversen Stellen ganz klar "umgekrempelt" wurde).
Für damalige Verhältnisse recht teuer und weniger erfolgreich und von Kritikern erst verschmäht, kann man heute behaupten, das Dornröschen einer der besten Disney Filme ist.
Die Animationen sind auf gewohnt hohem Niveau, die Hintergründe bestechend in ihrer Qualität, dazu die gelungene Musikuntermalung und liebevoll ausgearbeitete Figuren.
Wer auf klassische Trickfilme steht, hat hier eine Perle des Genres. Die kurze Spielzeit läßt keine langweiligen Phasen zu und bis auf ein paar wirklich nur leicht gruselige Szenen, ist Dornröschen auch kinderkompatibel (das ist ja nicht immer der Fall...)

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