Review

101 Dalmatiner kam 1961 in unsere Kinos, wo er noch unter dem Titel "Pongo und Perdita" lief. Diesen Film habe ich zuletzt vor 20 Jahren gesehen und hatte deshalb so gut wie keine Erinnerung mehr dran. Ein paar Einzelheiten waren mir noch aus dem fürchterlichen Real-Film mit Glenn Close vertraut, doch ansonsten ging ich eigentlich relativ neutral an diesem Film heran. Dieser Film besitzt eigentlich die typischen Disney-Elemente, die man aus diversen anderen Filmen kennt. Es geht um den wunderschönen Dalmatiner Rüden "Pongo", der es eines Tages schafft, sein Herrchen mit einer Frau zu verkuppeln, wodurch er die wunderschöne Dalmatiner-Dame Perdita kennen lernt. Ein paar Monate später bringt die Hündin 15 Welpen zur Welt und alle sind glücklich. Eigentlich klingt alles nach einer völlig harmonischen Geschichte, wäre da nicht die "reizende" Cruella de Vil, die eines Tages die Dalmatiner stehlen lässt, um aus ihrem Fell einen Pelzmantel zu machen. Anders als in der Realverfilmung sprechen hier die Dalmatiner und es wird die meiste Zeit aus der Sicht der Hunde erzählt. Es gibt zuckersüße Dialoge zwischen den Hunden, aber auch zwischen Katze und Pferd. Dennoch konnte dieser Film bei mir nicht ganz so die Begeisterung erwecken, wie es die meisten anderen Disney-Filme taten. Keine Frage, der Film ist durch das kleine Dalmatiner-Gesindel wirklich putzig und der Zeichenstil ist für das Alter der pure Wahnsinn. Dennoch fehlte mir ein bisschen die Dramatik und auch ein wenig der typische Disney-Kitsch. Zwar ist Cruella de Vil eine hervorragende Gegenspielerin und wirkt als Bösewicht wirklich schaurig, ohne zu abgehoben daher zu kommen (dafür sorgte dann Glenn Close), doch erschien sie viel zu selten in Erscheinung und ihr "Abgang" wurde völlig lieblos dahin geklatscht, sodass man am Ende doch irgendwas vermisst. Auch musikalisch bekommt man hier nicht so viel geboten, wie in manch anderem Disney Film. Wir bekommen ein kurzes Ständchen von Roger zu hören (Herrchen von Pongo), wie er über die wahnsinnige Cruella de Vil lästert, doch ansonsten herrscht hier musikalische Ebbe. Auch das Ende ist ein wenig arg übertrieben und wirkte ein wenig flach. Zwar muss es ja irgendwie zum Titel "101 Dalmatiner" passen, doch einen Blick in die Zukunft - z.B. so 2 bis 3 Jahre später - hätte ich mir schon gewünscht, da ich schon gern gesehen hätte, wie es sich so mit 101 Dalmatinern lebt. Aber nun habe ich wirklich genug gemeckert, denn ansonsten ist der Film wirklich tip top. Man bekommt sehr viel zu lachen, was besonders an den 2 schrulligen Gaunern liegt und auch eine kleine Portion Spannung wird geboten.
Zwar ist "101 Dalmatiner" jetzt nicht der ganz große Wurf, sollte aber trotzdem von knallharten Disney-Fans nicht verpasst werden. Da der Film von Disney ist, hat er eh schon einen Bonus bei mir, auch wenn dieser Film sicherlich die meisten Disney Fans von heute abschrecken wird.


Fazit : Auch "101 Dalmatiner" gehört nicht zu den großen Disney-Meisterwerken. Nichtsdestotrotz ist dieser Film ein wunderbares Familien-Erlebnis, wo mit Sicherheit auch die aller Kleinsten zufrieden gestellt werden. Ein empfehlenswertes "wau wau" von mir und die Mahnung "Tragt gefälligst keinen Pelz, ihr Barbaren!"


7/10

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