Gesucht von von 2 Killern und wiederum beschützt von 2 anderen geht es Anfangs sehr gemächlich in diesem Film zu. Mit der Creme a la Creme Hongkongs (Anthony Wong, Simon Yam, Francis Ng) gut besetzt zieht der Film in gemächlichem Tempo dahin, ohne aber langweilig zu wirken.
Die Protagonisten kennen sich von früher. Wie schon erwähnt haben 2 von Boss Fay (Simon Yam) den Auftrag ihren alten Kumpel Wo (Nick Cheung) zu töten. Das wollen die 2 anderen vermeiden. Nach einem kurzen Schusswechsel beschließt man sich zusammenzusetzen und zu reden. Wo muss sterben, aber vorher will er seine Frau und sein Baby finanziell abgesichert wissen. Man beschließt also zusammen ein Auftrag einzuholen um Geld für die Familie zu beschaffen.
Dieser erste Auftakt ist anfänglich verwirrend für den Betrachter, da er das bekannte Terrain verläßt wo harte Männer ihren Auftrag ohne Erbarmen ausführen. Regisseur To macht plötzlich einen 5 Freundefilm daraus. Man sitzt zusammen und plaudert, lacht und isst.
In dieser freundlichen Gemeinsamkeit drängt sich aber immer das Böse zwischen, hinterfragend nach der Erledigung des Auftrages.
Natürlich geht der Versuch schief, ihren Freund zu helfen. Der geplante Auftrag platzt und plötzlich stehen die 5 Freunde zwischen den rivalierenden Banden aus dem Ort und Hongkonk. Wo wird niedergeschossen und die restlichen vier müssen fliehen. Ohne Ziel und scheinbar Schicksalsmässig treffen sie immer wieder auf ihre Auftraggeber und liefern sich Shootouts. Am Ende ihres "Exils" retten sie die Frau und das Baby von Wo in einem blutigen Finale.
Was diesen Film so interessant macht, ist seine Erzählweise und seine Location. Anfangs hat man den Eindruck man befindet sich irgendwo im Mittelmeerraum, später wird klar das man sich auf der ehemaligen portugiesischen Kolonie Macaou befindet . Die warme Farbgebung des Films tut sein übriges, aber kaum befindet man sich innerhalb der Räumlichkeiten so erscheint alles düster und man erinnert sich an den Film Noir. Überhaupt geht der Film immer gegensätzlich. Eben noch toternst und plötzlich unfreiwillig, oder freiwillig?, komisch. Die Shootouts erinnern an die alten Hongkongzeiten (John Woo, etc) und dennoch in einer andern Erzählweise.
Die Protagonisten sind keine einsamen, oder seelisch verkrüppelte Typen sondern sind vielmehr welche die sich selbst ins Exil (daher Exiled) geschickt haben. Ohne eine feste Anbindung oder Heimat. Rast- und Ruhelos.
Ganz zu Anfang wird Wo die Frage gestellt, warum er denn nicht abgehauen sei und wieder zurückkehrte. Seine Antwort ist eigentlich die unausgesprochene Zielgebung für die Anderen. Heimat, Familie und Freundschaft(en).
Auch wenn dieser Film einiges hat, was den üblichen Betrachter stören könnte, wie z.B. die schnellen Schusswechsel die man kaum verfolgen kann, die plötzlich zusätzlich auftauchende Personen die einfach da sind und nicht weiter ausgeleuchtet werden. Ebenso die zwischen den Actionszenen ruhigen langen Passagen macht der Film spaß.Regisseur To hat hier einen Film gemacht der seine Kritiker wieder spalten wird.
Auf jedenfall sehenswert!