Der deutsche Film hat in Sachen Kino-Komödie scheinbar nicht viel zu bieten: Eine Westernparodie, eine „Star Trek"-Verarsche sowie öder Teenie-Sexklamauk sind das, was wir bisher so hinlänglich kennen. Doch mit „Wo ist Fred?" wird uns endlich mal etwas Neues präsentiert: Ein politisch unkorrekter Humor, der zwar unter die Moralvorstellungen, aber wohltuend wenig unter die Gürtellinie zielt.
Es geht um den Bauarbeiter Fred (Til Schweiger), der seine Liebste Mara (Anja Kling, „(T)Raumschiff Surprise", 2004) ehelichen möchte. Doch die Bedingung ist hart: Fred soll Maras pummelig-quengeligen Sohn ein original signierten Basketball des derzeit besten Alba Berlin Basketballspielers besorgen. Doch die Bälle bekommt nach jedem Spiel nur ein Zuschauer, der an den Rollstuhl gefesselt ist. Also macht Fred auf Behinderter und muss - nach Fangen des Balls - den Schwindel eine Woche lang durchhalten, da die emsige Fernsehreporterin Denise (Alexandra Maria Lara, „Der Untergang") einen Image-Film über Albas treueste und behinderte Fans dreht. Wird er es trotz Familienstress und Job schaffen?
Was zunächst etwas simpel klingt, steckt doch voller Komik. Zugegebenermaßen gehen viele Gags auf Kosten körperlich und geistig beeinträchtigter Menschen, doch das tut dem Unterhaltungswert dieses Films aufgrund deren Integration in den Film keinen Abbruch. Spätestens wenn man „Stromberg" Christoph Maria Herbst als cholerischen Rollstuhlfahrer immer wieder hysterisch - und zutiefst komisch - fluchen sieht, fängt auch der letzte Zuschauer mit Bedenken an zu lachen. Auch der Gastauftritt von Comedian Kurt Krömer als miesepetriger Mann von der Bauaufsicht lässt die Herzen von Freunden des gepflegten Humors höher schlagen. Til Schweiger offenbart ungeahntes schauspielerisches Talent und „Wo ist Fred?" strotzt vor Situationskomik (Ein Behinderter auf dem Bau? Oder wohnhaft im dritten Stock ohne Fahrstuhl? Wie geht das denn?). Dem Film von Anno Saul („Kebab Connection", 2005) kann man nur zwei Dinge vorwerfen: Die zum Teil doch arge Konstruiertheit seines Rolli-Spektakels und das vorhersehbare, versöhnliche Ende, in dem dann doch noch Liebe und die Moral siegen. Alles in Allem bleibt es jedoch ein sehr amüsanter Spaß.
Fazit: Herrlich politisch unkorrekte, erfrischende Situationskomik mit einem großartig aufspielendem Christoph Maria Herbst, neben dem der eigentlichen Hauptdarsteller Til Schweiger etwas verblasst. „Wo ist Fred?" ist eine makabre Gratwanderung zwischen Zynismus und Ironie, schafft aber durch sein Ende doch noch die Kurve. Eine köstliche deutsche Komödie!