Review

kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 18.07.2007

Vorweg: Für Aardman-Verhältnisse ist dieser Film qualitativ eher ein Rückschlag. Was zu nicht unwesentlichem Anteil auf einen entscheidenden handwerklichen Aspekt zurückzuführen ist: Man wich von der Claymation ab.

Dass die Knetfiguren den seit Jahren im Trend liegenden CGI-Figuren weichen mussten, nimmt "Flutsch und Weg" einiges von dem Charme des liebevoll Handgemachten, den das tricktechnische Meisterstück "Wallace & Gromit in The Curse of the Were-Rabbit" noch vorzuweisen hatte. Obwohl man nicht auf das charakteristische Design verzichtete, ist hier einfach alles spürbar glatter.
Aus kommerzieller Sicht mag dieser Schritt nun vielleicht nachvollziehbar sein, aber letztlich entwickelte sich auch per Computeranimation ein lupenreiner Flop.

Dabei wurde der typische Aardman-Charme verlustfrei konserviert und tatsächlich ist und bleibt diese Produktionsschmiede qualitativ die einzige wirkliche Konkurrenz für Pixar, weil sie die Einzige ist, die eben nicht auf Pixar reagiert, sondern unabhängig vom Marktführer ihr eigenes Ding durchzieht.

Genrebedingt ergeben sich selbstverständlich durchaus Parallelen (die Nacktschnecken - zumindest bei ihren kreischenden Auftritten ein absoluter Brüller - kann man z.B. in einen Parallelismus mit den Pinguinen aus "Madagascar" und den Hasen in "Jagdfieber" setzen), aber auf der nächsthöheren Ebene ergibt sich das Unverwechselbare im Design und dem ureigenen Humor.

Die Handlung wird zügig vorangetragen und gibt sich sehr actionreich; die Kanalisation scheint vor lauter schriller Charaktere und verrückter Aktionen zu platzen. Animationstechnisch ist "Flutsch und Weg" also nicht unbedingt State of the Art, aber in anderen Bereichen wurde glücklicherweise nicht eingespart.

*weitere Informationen: siehe Profil

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