Review

Und wieder hat sich ein Black Metal Freak gefunden, der eine Handycam besitzt und mit ein paar Freunden einen Film drehen möchte, wunderbar.
Die fast gar nicht vorhandene Story ist dann auch gleich so angelegt, um sämtliche Schwächen einer Amateurfilmproduktion aufzuzeigen, als sei es eine Demonstration etwa 90minütigen Unvermögens.

Nun steht also schon mal fest, dass ich den Film scheiße finde und Mainstream-Zuschauern dringend abraten möchte, aber vielleicht finden sich ja noch ein paar Trashfreunde oder Amateurfilmpuscher, die sich im Folgenden von meiner Kritik angesprochen fühlen und dem Stoff eine Chance einräumen möchten.

Die so genannte Handlung bietet einen Wandel vom Partyslasher zum uninspirierten Fantasy-Action-Spektakel, und das geht so:
Auf einer Party werden sämtliche Gäste von Gevatter Tod himself ausgelöscht, nur Peter überlebt das Gemetzel.
Nun hat dieser 24 Stunden Zeit, sich dem Tod in einem Zweikampf zu stellen. Derweil tauchen Totgeglaubte wieder auf und entpuppen sich als Helfer der Hölle, Dämonen oder Engel.

Erstmal schön, dass sämtliche Partygäste namentlich eingeblendet werden, weil wir die meisten von ihnen nach wenigen Minuten ohnehin nicht wieder sehen werden. Aber das Partygeschehen bietet immerhin noch filmische Anspielungen auf „Alien“, „Predator“, „Alien vs. Predator“ und einen schlechten Film mit Dolph Lundgren.

Was von Beginn an sprichwörtlich nervtötend ins Auge sticht, ist die billige Handycam, die in fast jeder Szene einen unverdaulichen Mix aus hektischen Schwenks, Zoom In und Zoom Out, sowie erbärmliche Close Ups bietet. Von einem Schnittgewitter zu sprechen, ist hier wahrlich nicht übertrieben.

Dies wird besonders deutlich, wenn es zu den zahlreich auftauchenden Actioneinlagen kommt, entweder in Form von Schießereien oder Karate-Zweikämpfen.
Das ist so hektisch montiert, dass man rein gar nicht sieht, ob überhaupt jemand getroffen wird. In einer Einstellung geht das Bein einer Figur nach oben (ca.10 Frames), während sich in der darauf folgenden der Kontrahent auf dem Boden abrollt (ca. 5-8 Frames).
Im Normalfall läuft ein Film in wenigstens 25 Frames pro Sekunde ab, hier sind es gefühlte 500.

Aber zurück zur Story, die eigentlich keine ist. Peter hat nun das Massaker überlebt (natürlich sieht man auch hier nichts, außer hellroter, dickflüssiger Farbe in einem Schnitt-Stakkato), und zappt zur Abwechslung erstmal durchs TV, wo dann tatsächlich noch eine strippende Silikon-Eule untergebracht werden kann. Eine weitere Produktion des hierfür verantwortlichen Labels findet natürlich nebenher auch noch Erwähnung und dann verlässt man erstmals die wahrscheinlich eigene Behausung des Regisseurs, um auf den Straßen seines Heimatdorfes zu drehen.
Auch schön alles in übermäßigen Gelbfilter getaucht, damit man vor lauter Kontrastlosigkeit bloß keine Einzelheiten von der Nachbarschaft sieht.
Hier wird dann in wahlloser Reihenfolge mal wild umhergeballert, Personen kommen und gehen und immer wieder quälen die überaus hektischen Schnitte das Auge des Betrachters, die keine Details erkennen lassen.

Sicher, Hobby-Regisseur Eric Anderson hat sich bemüht, seine Freunde darstellerisch auf Vordermann zu bringen und der Typ, der der Held sein soll, bekommt das auch ganz gut hin, während die restlichen Typen nur sich selbst spielen müssen.
Aber muss das denn über 90 Minuten dermaßen einfältig über die Bühne gehen und am Ende auch noch überaus billige CGI-Leuchtkugeln, sowie glühende Klüsen von Dämonen hervorbringen?
„I am the Ripper“, ja sicher, filmtechnisch gesehen schon.

Zwar geht es temporeich zu, das muss man dem Franzosen lassen, doch inszeniert ist die Chose wie bei einem 12jährigen John Woo Fan. Typisch hierfür ist das zeitgleiche Vorhalten der Waffe zweier Kontrahenten nach einem nicht verfolgbaren Kuddelmuddel aus Bewegungen und Schnitten. Hu, eine Sekunde Atempause und man kann mal das Gesicht einer Figur wahrnehmen.

Ansonsten wird sinnfrei drauf los geprügelt, jeder gegen jeden, Leute schießen auf Leute, ohne zu wissen warum und am Ende gibt es den Endkampf zwischen Held Peter und Gevatter Tod in einem Mischmasch aus grellsten Rotfiltern und schwarzen Strichen, denn als Kampf kann ich das nicht mehr ansehen.

Was sonst noch Furchtbares? Aus hellrotem CGI-Nebel tauchen plötzlich Zombies auf, in einem hellen Grünfilterwald unterhalten sich Kapuzendämonen in Fantasiesprache und fliegen wie der Blitz durch die Lüfte, und bei den ganzen Fantasy-Elementen fehlt eigentlich nur noch der Weihnachtsmann.
Auch wieder schrecklich: Der Bühnenauftritt der befreundeten Slaughter-Metal-Band des Regisseurs mit einem Gig in der Bar an der Ecke.

Ja, es ist mal wieder unsäglich ausgefallen, die Story bietet kaum Zusammenhang, die Bilder sind oft nicht erkennbar und zu Sehendes ist selten angenehm fürs Auge.
Aber es gibt tatsächlich noch Schlimmeres, denn immerhin geschieht alle naselang etwas, das man kritisieren kann.
2 von 10

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