Gerade als Sohn des Göttervaters Zeus und dessen Gattin Hera geboren, wird Hercules von Hades, dem Gott der Unterwelt, auf die Erde entführt, da diesem prophezeit wurde, dass Hercules seine gewaltsame Übernahme des Olymps später vereiteln wird. Da Hades Gehilfen es jedoch nicht übers Herz bringen, das Baby zu töten, wächst Zeus Sohn unter den Menschen auf und steigt Jahre später als junger Mann tatsächlich zum Helden auf und zerlegt alle Monster, die Hades auf ihn ansetzt in ihre Einzelteile. Da sein Angriff auf Zeus jedoch kurz bevor steht, versucht Hades, seinen Widersacher mit Hilfe der Frau, die dieser liebt, zu erledigen.
Letztlich ist "Hercules" ein klassischer Disney-Film. Da wundert es kaum, dass die Herakles-Sage einmal glatt gebügelt wurde, um einen Film zu liefern, der stringent geführt ist, für Kinder geeignet, einen eben, der nirgendwo aneckt. Zeus, Hera und die üblichen Götter werden in ein extrem positives Licht gerückt, werden regelrecht verniedlicht, lassen die Ambivalenz, die ihnen in den Sagen zuteil wird, beinahe gänzlich vermissen, während Hades natürlich ein klassisches aber ebenfalls recht naiv gestricktes Feindbild abgibt.
Doch bei diesem Werk von John Musker und Ron Clements, die zuvor "Aladdin" hervorbrachten, überwiegen die Vorteile eines klassischen Trickfilms aus dem Hause Disney. So ist der Film einfach derart liebenswert gemacht, dass man ihm sich kaum entziehen kann. Zeichnerisch ist der Film regelrecht brillant umgesetzt, wobei die Figuren hervorragend entworfen sind, auch die diversen Kreaturen aus der griechischen Mythologie. Dazu ist der Film musikalisch versiert unterlegt, auch die eigens komponierten Lieder wissen zu überzeugen, zumal sie wohl dosiert sind und immer zum richtigen Zeitpunkt eingebracht werden.
Aber auch die Handlung als solche ist nicht schlecht geworden und sorgt durchaus für eine gewisse Dramaturgie. So wird die Geschichte rund um den sympathischen Herkules narrativ hervorragend wiedergegeben, wird immer wieder mit ein paar gelungenen aber nicht überzogen naiven Gags aufgelockert und bietet so gelungene Unterhaltung. Die Liebesgeschichte, so simpel sie auch konzipiert ist und so platt das finale Fazit rund um wahre Liebe und echte Helden ausfallen mag, reißt dabei ebenfalls mit, weil der Film einfach nichts an sich hat, was den sympathischen Grundeindruck verderben könnte. Ein wenig zu glatt mag "Hercules" dem einen oder anderen sicherlich erscheinen, aber vielleicht nur deshalb, weil er zeigt, wie einfach sich mit bewährten Zutaten ohne erwähnenswerte Innovationen ein sehenswerter Familienfilm auf die Beine stellen lässt.
Fazit:
"Hercules" ist ein sympathischer Disney-Trickfilm, der getrost auch den älteren Zuschauern ans Herz gelegt werden kann und trotz seiner glatten Art letztlich durchweg zu überzeugen vermag, inszenatorisch wie dramaturgisch.
78%