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Als Kind wird Hercules aus dem Olymp entführt und wächst bei Menschen auf. Hades war es, der diesen Plan ersann, nachdem eine Weissagung ihn vor dem Göttersohn warnte. Denn der Herrscher der Unterwelt plant den Umsturz und nur Hercules könnte diesen Plan vereiteln. Dazu müsste aus diesem allerdings erst einmal ein richtiger Held werden.

Visuell ist das hübsch anzusehen, man lehnte sich sichtlich an einen altgriechischen Stil an. Oder zumindest das, was man als Konsens im Hinblick auf das zu erreichende Publikum dafür hält. Letztlich wirkt das Design stimmig und gekonnt gezeichnet, den Ausflug in die Welt der Computeranimation mag man einfach hinnehmen. Es wirkt doch etwas unrund in den restlichen Stil integriert, richtet aber auch keinen Schaden an.
Gesungen wird natürlich auch und hier ist „Hercules“ nicht so zwingend wie manche Konkurrenz aus dem eigenen Haus. Die Songs sind nett komponiert und kompetent vorgetragen, der Ohrwurmcharakter war für mich aber nicht auffindbar. Gefunden wurde dafür manch witzige Szene, insbesondere verbal und hier wiederum vorgetragen durch Hades, der eh ein Highlight ist. Gelungen sind auch die Vergleiche des Heldendaseins, gleich einem Rockstar mit allerlei Merchandise. Ich würde allerdings nicht soweit gehen, Disney hier einen Hang zur Selbstironie zu attestieren, dennoch eine interessante Betrachtungsweise.
Und ist das auch keine Mythendoku, die Änderungen fallen doch ziemlich auf. Sowohl Hercules' Herkunft / Eltern oder das Verhältnis zwischen Zeus und Hera – hier wurde alles auf heile Welt umgemodelt. Sollte aber nicht stören, die Originalstoffe aus der Zeit sind nun einmal nicht sonderlich kindgerecht.

So ist „Hercules“ ein durchaus unterhaltsamer Animationsfilm mit Musik und Witz aus dem Hause Disney. Mit Hades hat man noch einen amüsanten Gegenspieler zu bieten, trotzdem bleiben die Figuren insgesamt eher flach, sie folgen den bekannten Formeln und die Songs bleiben nicht unbedingt hängen. Sympathisch ist das Gesehene aber allemal.

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