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Francoise, ein Naivchen vor dem Herrn, wird von ihrem Freund Carlo wie Dreck behandelt. Sie erwischt ihn beim Fremdgehen, schläft mit anderen Männern um seine Schulden zu begleichen und vieles mehr. So ein Leben macht natürlich keinen Spaß, und deshalb wirft sich Francoise eines Tages vor den nächstbesten Zug. Dieser Selbstmord beunruhigt ihre Schwester Emanuelle sehr, und so entscheidet sie, Carlo dafür zur Verantwortung zu ziehen. Dieser weiß noch nichts von seinem „Glück“ und versucht erst mal, Emanuelle anzugraben. Doch die Schwester lässt nichts anbrennen und bestellt ihn zu sich nach Hause, wo er nicht das findet, was er sich erhofft hatte...

Ich finde diesen Film echt witzig, vor allem aufgrund seiner Dialoge und skurrilen Situationen. Francoise ist so doof dass man über Carlos Überredungskünste herzhaft lachen kann. Zudem versprüht der Streifen eine verdammt sympathische Atmosphäre wenn man sleazigen 70er-Rachefilmen etwas abgewinnen kann, wobei dieser Vertreter deutlich weniger ernst daherkommt als die üblichen Verdächtigen wie "I spit on your grave" oder "Last house on the left" bzw."...at the edge of the park". Verantwortlich dafür ist Joe D’Amato, von dessen zahlreichen Werken ich bisher nur „Sado“, „Man-Eater“ und „Absurd“ kenne, welche ich alle im Gegensatz zu vielen anderen Leuten „ganz nett“ finde, ich böser Schlingel.

„Emanuelle e Francoise le sorelline“ ist effekttechnisch weitaus harmloser als die genannten „Lieblinge“ der BPjM, aber hier geht es auch mehr um die Geschichte als um die visualisierte Gewalt. Und in Verbindung mit der Kameraarbeit, Darsteller- und Musikauswahl funktioniert das vorliegende Kleinod ziemlich gut.

Zum Schluss auch hier der Tipp: dieser Film hat nichts mit „Foltergarten der Sinnlichkeit 2“ zu tun, denn der wurde schon 3 Jahre zuvor gedreht und behandelt ein völlig anderes Thema. Das verbindende Element ist nur George Eastman, der später auch als Kannibale brillierte. Doch mit dieser Thematik haben die „Foltergarten“-Filme nichts gemein, und ich betone nochmals, dass sie beide (nicht nur wegen viel nackter weiblicher Haut) absolut sehenswert sind wenn man ein Fan von nostalgischen italienischen „Schundfilmen“ ist.

Auch hier vergebe ich 8 von 10 Punkten.

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