Da hat Regisseur Simon Fellows sich ja selbst übertroffen, schon ein Jahr zuvor leistete er in "Second in Command", auch mit Van Damme, gute Arbeit. Hier ist eine deutliche Steigerung erkennbar und von Produzent Moshe Diamant gab es 15 Millionen Dollar für die Inszenierung. Das Drehbuch entstammt der Feder von "Superman Returns" Autor Dan Harris und James Portolese, welcher schon die Drehbücher zu "Double Team" und Knock Off" beisteuerte und im neuen Van Damme Vehikel "The Shepherd" auch als Produzent fungiert.
Der Drogenfahnder Anthony Stowe (Jean-Claude Van Damme) ist selbst drogenabhängig und kaum einer seiner Kollegen kann ihn leiden. Auch seine Frau Valerie (Selina Giles) will sich von ihm scheiden lassen. Stowe ist gerade auf der Jagd nach seinem ehemaligen Partner Gabriel Callaghan (Stephen Rea). Bei einer Schießerei wird Stowe selbst in den Kopf getroffen und fällt ins Koma. Erst nach Monaten ist er wieder bei Bewusstsein, doch der Einschuss hinterlässt bleibende Schäden. Stowe hinkt, kann nicht mehr so gut sprechen. Doch gleichzeitig wird aus ihm ein besserer Mensch. Leider wird gerade jetzt Valerie von Callaghan entführt. Stowe muss ihn nun zur Strecke bringen, auch wenn es sein eigenes Leben kostet.
Mit "Hard Corps" von Actionregisseur Sheldon Lettich distanzierte sich Van Damme vom gehobenen B-Movie und rutschte auf den Durchschnitt ab, um dann mit "Second in Command" und dem noch besseren "Until Death" zurückzukehren. Als Fan und Kenner von Jean-Claude Van Damme muss man diesen Film gesehen haben, da die belgische Axt noch nie eine so emotionale und glaubwürdige Darbietung geboten hat. Man darf es ruhig laut sagen: Hier schauspielert Van Damme richtig, obendrein richtig gut. Dabei ist sein Charakter nicht leicht zu verkörpern. Ein Drogencop, der selbst an der Nadel hängt, seine Kollegen verrät und seine Frau betrügt. Kurz gesagt, ein echtes Arschloch. Genauso sein ehemaliger Partner Callaghan, herrlich fies von von Stephen Rea gespielt, hinter dem Stowe her ist. Aber als Stowe fast getötet wird, wird aus ihm ein anderer Mensch. Er hinkt, hat körperliche Probleme, kann kaum sprechen, doch sein Charakter entwickelt sich zum Guten, so findet er auch zu seiner Frau zurück, welche ihn schon verlassen wollte. Manchmal drückt man zu sehr auf die Tränendrüse und gerade der Mittelteil könnte ein wenig rasanter sein, jedoch bleiben die Darsteller immer glaubwürdig, zudem muss als Kulisse mal nicht der Ostblock herhalten.
Bei der Story sollte man nicht zuviel erwarten, ein paar Überraschungen sind aber enthalten und auch Stowe´s Charakterwandlung steht stets im Mittelpunkt. Die Action ist handwerklich 1A und ziemlich hart in Szene gesetzt. Es gibt einige Morde und ein paar Shootouts mit teils schon heftigen Einschüssen. Leider darf Van Damme seine kämpferischen Fähigkeiten so gut wie gar nicht unter Beweis stellen. Ein paar Schläge darf er ausführen, doch zu einem richtigen Kampf kommt es nicht. Die Action konzentriert sich auf die erste Filmhälfte und das lange und ausufernde Finale, in dem ein toller Shootout auf den Zuschauer wartet. Davor kommt der Film eine lange Zeit auch ohne Action aus und wird dabei nie langweilig. Das Ende ist ziemlich ungewohnt für einen Actionthriller, aber passend. Auf jeden Fall positiv noch zu erwähnen, sei der Score von Mark Sayeritz.
Geht schon fast als A-Film durch, mit überdurchschnittlichen Darstellern. Die Story ist solide, die Action hart und Fellow´s Inszenierung perfekt. Van Damme darf zwar nicht kämpfen, doch seine schauspielerische Leistung entschädigt dafür größtenteils.